Garten-Blattschneiderbiene
Megachile willughbiella
Die Garten-Blattschneiderbiene ist eine mittelgroße solitäre Wildbiene aus der Familie der Megachilidae. Sie ist in Mitteleuropa weit verbreitet und besiedelt verschiedene Lebensräume von Gärten bis hin zu Waldrändern. Charakteristisch ist ihre Methode, Nester in Hohlräumen anzulegen und diese mit präzise ausgeschnittenen Blattstücken von Pflanzen wie Rosen oder Buchen auszukleiden. Sie ist ein effizienter Bestäuber und nistet gerne in künstlichen Nisthilfen.

Details
Erkennungsmerkmale
Weibchen mit rötlich-gelber Bauchbürste (Scopa), deren Endhaare oft schwarz sind; Männchen mit charakteristisch verbreiterten, hellen Vorderbeinen.
Sozialverhalten
Solitäre Lebensweise; jedes Weibchen baut und versorgt sein eigenes Nest ohne die Hilfe von Artgenossen.
Ernährung
Polylektisch; sammelt Pollen an einer Vielzahl von Pflanzenfamilien, bevorzugt jedoch Schmetterlingsblütler (Fabaceae) und Glockenblumengewächse (Campanulaceae).
Laichsubstrat
Nistet in oberirdischen Hohlräumen wie Käferfraßgängen in Totholz, Mauerspalten oder hohlen Pflanzenstängeln.
Überwinterung
Überwintert als Ruhelarve (Vorpuppe) im Kokon innerhalb der Nestkammer.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber für Wildpflanzen und Nutzpflanzen in Gärten.
Natürliche Feinde
Kuckucksbienen (z. B. Coelioxys elongata), Schlupfwespen und verschiedene insektenfressende Vögel.
Konkurrenzarten
Andere solitäre Bienenarten mit ähnlichen Nistplatzansprüchen.
Ökosystemleistung
Sicherung der Bestäubung und damit der Fortpflanzung zahlreicher Pflanzenarten.
Bedrohungen
Mangel an Nistplätzen durch übertriebene Ordnung in Gärten (Entfernung von Totholz) und Einsatz von Pestiziden.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Weibchen: Zweifarbige Bauchbürste (rot/schwarz); Clypeusvorderrand gerade. Männchen: Erstes Glied der Vordertarsen stark verbreitert, weißlich-gelb und lang gefranst (Putzbürsten), die zur Reinigung der Fühler und vermutlich zur Duftverteilung bei der Paarung dienen. Mitteltarsen ebenfalls modifiziert.
Lebensraum
Waldränder, Waldlichtungen, Parks, Gärten, strukturreiches Offenland, Siedlungsbereiche.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Allgemeiner Rückgang von Blütenressourcen; Mangel an geeignetem Nistsubstrat (Totholz) in aufgeräumten Landschaften und Gärten.
Bestandstrend
Stabil; die Art gilt in Deutschland und Mitteleuropa als weit verbreitet und häufig (ungefährdet laut Roter Liste).
Schutzmaßnahmen
Erhalt von Totholzstrukturen; Anpflanzung heimischer Schmetterlingsblütler; Bereitstellung von Nisthilfen (Bohrungen 6-8 mm); Verzicht auf Pestizide in Gärten.