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Bakterium/Virus

Abwasserpilz

Sphaerotilus

🔬 Zeigerart

Sphaerotilus ist eine Gattung fadenförmiger Bakterien, die zur Ordnung der Burkholderiales gehört. Die Zellen sind stäbchenförmig und wachsen in langen Ketten innerhalb einer schützenden organischen Scheide. In nährstoffreichen, fließenden Gewässern bildet die Art Sphaerotilus natans oft massenhafte, wattebauschähnliche Kolonien, die als Abwasserpilz bekannt sind. Sie sind ein klassischer Indikator für eine starke Belastung mit biologisch leicht abbaubaren organischen Stoffen.

Details

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Erkennungsmerkmale

Fadenförmiges Wachstum, Bildung von Scheiden, stäbchenförmige Einzelzellen (1-2 x 3-10 µm), Bildung von Schwärmzellen mit polaren Geißeln.

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Sozialverhalten

Bildung von fädigen Kolonien (Biofilmen) durch Anheftung an Substrate mittels Haftscheiben.

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Ernährung

Nutzt gelöste organische Stoffe wie Zucker, Alkohole, Aminosäuren und organische Säuren (chemoorganotroph).

Ökologie

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Ökologische Rolle

Wichtige Rolle beim Abbau organischer Fracht in Fließgewässern; kann bei Massenentwicklung Sauerstoffzehrung verursachen.

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Natürliche Feinde

Protozoen (Wimperntierchen), Rädertierchen und kleine Oligochaeten.

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Konkurrenzarten

Andere fadenförmige Bakterien wie Beggiatoa oder Pilze bei niedrigerem pH-Wert.

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Ökosystemleistung

Selbstreinigung von Gewässern durch Abbau von Kohlenhydraten und Stickstoffverbindungen.

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Bedrohungen

Verbesserung der Abwasserreinigung (Nährstoffentzug), extreme pH-Werte.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Steckbrief

Familie
Comamonadaceae (früher Sphaerotilaceae)

Lebensraum

Typischerweise in fließenden Gewässern mit starker organischer Belastung, insbesondere durch Abwässer aus der Lebensmittelindustrie (Zuckerfabriken, Molkereien) oder Papierfabriken. Es besiedelt die polysaprobe bis alpha-mesosaprobe Zone und benötigt eine ständige Zufuhr von gelösten Nährstoffen bei gleichzeitigem Vorhandensein von gelöstem Sauerstoff.

Ökologische Rolle

Sphaerotilus spielt eine zentrale Rolle beim Abbau gelöster organischer Stoffe in belasteten Gewässern. Bei Massenentwicklungen kann es jedoch das Makrozoobenthos ersticken, Fischlaich schädigen und durch nächtliche Sauerstoffzehrung zu Fischsterben führen.

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