Gezähntes Rädertier
Brachionus calyciflorus
Das Gezähnte Rädertier ist ein weit verbreitetes Süßwasser-Zooplankton mit einer festen Hülle (Lorica), die am vorderen Rand markante Dornen oder Zähne aufweist. Es bewegt sich mithilfe eines Räderorgans fort, das gleichzeitig zur Strudelernährung dient. Diese Art zeigt eine ausgeprägte Cyclomorphose, wobei die Länge der Dornen je nach Anwesenheit von Fressfeinden variieren kann.

Details
Erkennungsmerkmale
Vier Dornen am Vorderrand der Lorica, transparente Körperhülle, runder bis ovaler Körperbau, oft mit Eiern am Fußende.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, bildet jedoch bei hoher Nahrungsverfügbarkeit sehr dichte Populationen.
Ernährung
Ernährt sich primär von Phytoplankton (einzelligen Algen), Bakterien und feinem Detritus.
Jagdstrategie
Filtrierer; erzeugt mit dem Wimpernkranz einen Wasserstrom, der Nahrungspartikel zum Mund führt.
Laichsubstrat
Eier werden meist am Fuß des Weibchens getragen oder direkt ins Wasser abgegeben.
Überwinterung
Bildung von dickschaligen Dauereiern (Zysten), die im Sediment überdauern.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiges Bindeglied im Nahrungsnetz zwischen Primärproduzenten und kleinen Fischen.
Natürliche Feinde
Räuberische Rädertiere (z.B. Asplanchna), Ruderfußkrebse und Fischlarven.
Konkurrenzarten
Andere filtrierende Zooplankter wie Daphnien oder andere Brachionus-Arten.
Ökosystemleistung
Trägt zur Kontrolle von Algenblüten und zur Nährstoffrezyklierung in Gewässern bei.
Bedrohungen
Eutrophierung, chemische Wasserverschmutzung und invasive Arten.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Vier Dornen am Vorderrand der Lorica; ausgeprägte phänotypische Plastizität (Zyklomorphose), bei der Hinterdornen als Abwehrreaktion auf Räuber-Kairomone (z. B. von Asplanchna) gebildet werden.
Fortpflanzung
Zyklische Parthenogenese: Überwiegend ungeschlechtliche Vermehrung durch amiktische Weibchen; bei Umweltstress (hohe Dichte, Kälte) erfolgt eine sexuelle Phase mit miktischen Weibchen.