Hornkanker
Phalangium opilio
Phalangium opilio, bekannt als Hornkanker, ist eine weit verbreitete Art der Weberknechte in der Paläarktis. Die Männchen besitzen charakteristische hornartige Fortsätze an den Cheliceren, die der Art ihren Namen geben. Sie sind primär dämmerungs- und nachtaktiv und besiedeln verschiedenste Lebensräume von Wäldern bis hin zu menschlichen Siedlungen. Als opportunistische Allesfresser spielen sie eine wichtige Rolle im Ökosystem bei der Kontrolle von Kleininsekten.

Details
Erkennungsmerkmale
Zwei Längsreihen von Dornen auf dem Augenhügel, lange Beine, Männchen mit hörnchenartigen Fortsätzen an den Kieferfühlern.
Sozialverhalten
Überwiegend einzelgängerisch, gelegentlich Bildung von Ruhegemeinschaften an geschützten Stellen.
Ernährung
Generalistischer Räuber und Sammler; frisst Blattläuse, kleine Fliegen, Milben sowie tote Insekten und Pflanzensäfte.
Jagdstrategie
Aktives Umherlaufen und Ergreifen der Beute mit den Pedipalpen und Cheliceren.
Laichsubstrat
Feuchter Boden, Moos oder Falllaub zur Eiablage.
Überwinterung
Überwinterung erfolgt in Mitteleuropa in der Regel im Eistadium im Boden.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator in Agrarökosystemen, der zur biologischen Schädlingsbekämpfung beiträgt.
Natürliche Feinde
Vögel, Eidechsen, Kröten, Spitzmäuse und räuberische Insekten.
Konkurrenzarten
Andere Weberknechtarten wie Opilio canestrinii oder Mitopus morio.
Ökosystemleistung
Biologische Schädlingsbekämpfung durch den Verzehr von Blattläusen und anderen Kleininsekten.
Bedrohungen
Intensive Landwirtschaft und der damit verbundene Einsatz von Breitbandinsektiziden.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch sind die hornartigen Auswüchse auf dem zweiten Glied der Cheliceren (Kieferfühler) bei den Männchen. Der Augenhügel (Ocularium) trägt zwei Längsreihen mit jeweils 5 bis 9 kleinen Dornen. Die Beine sind extrem lang und dünn, wobei das zweite Beinpaar als Tastorgan fungiert.
Lebensraum
Sehr anpassungsfähig (eurytop). Besiedelt Offenland, Wiesen, Gärten, Äcker und Waldränder. Häufig synanthrop an Hauswänden und in Parks zu finden.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Prädator von landwirtschaftlichen Schädlingen (Nützling). Dient selbst als Nahrungsquelle für Vögel, Amphibien und größere Spinnen.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Einsatz von Breitbandinsektiziden in der Landwirtschaft und der Verlust von strukturreichen Saumbiotopen.
Bestandstrend
Stabil; Phalangium opilio gilt als eine der häufigsten und am weitesten verbreiteten Weberknechtarten weltweit.