Aquatische Hyphomyzeten
Ingoldian fungi
Aquatische Hyphomyzeten, auch Ingold-Pilze genannt, sind eine ökologische Gruppe von Pilzen, die eine zentrale Rolle beim Abbau von organischem Material in Gewässern spielen. Sie besiedeln vornehmlich Falllaub in Bächen und Flüssen und zersetzen komplexe pflanzliche Polymere wie Cellulose und Lignin. Durch diesen Prozess, die sogenannte Konditionierung, erhöhen sie den Nährwert des Laubs für aquatische Wirbellose. Ihre Sporen weisen oft charakteristische Formen auf, die eine Anheftung in strömendem Wasser erleichtern.
Details
Erkennungsmerkmale
Mikroskopisch kleine Konidien (Sporen), die häufig vierstrahlig (tetraradiat) oder s-förmig (sigmoid) gebogen sind.
Ernährung
Saprophytisch; sie ernähren sich heterotroph durch die enzymatische Zersetzung von pflanzlichem Detritus wie Blättern und Holz.
Überwinterung
Überdauerung als Myzel in feuchtem Substrat oder als Sporen im Sediment.
Ökologie
Ökologische Rolle
Primärzersetzer im aquatischen Nahrungsnetz; sie wandeln terrestrische Energieeinträge (Laubfall) in eine für Konsumenten verfügbare Form um.
Natürliche Feinde
Aquatische Wirbellose (Shredder wie Flohkrebse), die das mit Myzel bewachsene Laub fressen.
Konkurrenzarten
Andere aquatische Pilze, Bakterien und Biofilme.
Ökosystemleistung
Nährstoffrecycling, Selbstreinigung von Gewässern und Bereitstellung von Nahrungsgrundlagen für die Fischfauna über das Makrozoobenthos.
Bedrohungen
Gewässerverschmutzung, Pestizideintrag, Klimawandel (Temperaturerhöhung) und Verlust von Ufervegetation.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristische Sporenmorphologie (tetraradiat mit vier Armen oder sigmoid/S-förmig), Anpassung an die Strömung zur besseren Anheftung
Lebensraum
Sauerstoffreiche, turbulente Fließgewässer (Bäche und kleine Flüsse) mit Ufergehölzen
Fortpflanzung
Primär asexuell durch Konidien im Wasser; sexuelle Stadien (Teleomorphen) oft auf terrestrischem Holz oder feuchtem Boden
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Verlust von Uferrandstreifen, Gewässerverbauung, Pestizideintrag, Eutrophierung und Klimawandel (Wassertemperatur)
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Wiederherstellung natürlicher Ufergehölze, Reduktion diffuser Nährstoffeinträge, Renaturierung von Bächen