Zarte Kieselalge
Fragilaria gracilis
Die Zarte Kieselalge (Fragilaria gracilis) ist eine weit verbreitete Art der Kieselalgen, die vor allem in stehenden und langsam fließenden Gewässern vorkommt. Sie zeichnet sich durch ihre extrem schmalen, nadelartigen Zellen aus, die oft lockere, stern- oder zickzackförmige Kolonien bilden. Als photoautotropher Organismus spielt sie eine fundamentale Rolle als Primärproduzent in aquatischen Nahrungsnetzen.

Details
Sauerstoffproduktion
Hoch; trägt wesentlich zur Sauerstoffsättigung in der euphotischen Zone bei.
Habitatfunktion
Besiedelt als Teil des Periphytons auch Oberflächen von Wasserpflanzen und Steinen.
Nährstoffaufnahme
Nimmt aktiv gelöstes Phosphat, Nitrat und insbesondere Silikat aus dem Wasser auf.
Nahrungsquelle für
Primäre Nahrungsquelle für herbivores Zooplankton und benthische Weidegänger.
Nutzung durch Menschen
Wichtige Referenzart in der biologischen Gewässerüberwachung gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie.
Ökologie
Ökologische Rolle
Basis des aquatischen Nahrungsnetzes; fixiert Kohlenstoff und produziert Sauerstoff; dient als Nahrung für Zooplankton.
Natürliche Feinde
Zooplankton (z. B. Daphnien und Ruderfußkrebse), Wimpertierchen und filtrierende Makroinvertebraten.
Konkurrenzarten
Andere planktische Kieselalgen (z. B. Asterionella formosa) und Grünalgen bei der Konkurrenz um Licht und Silikat.
Ökosystemleistung
Sauerstoffproduktion, Primärproduktion und wichtiger Teil der biologischen Kohlenstoffpumpe in Seen.
Bedrohungen
Übermäßige Nährstoffeinträge (Eutrophierung), chemische Verunreinigungen und die Erwärmung der Oberflächengewässer.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Sehr schmale Schalenbreite (1,5–3 µm), extrem feine Transapikalstreifen (22–28 in 10 µm), die lichtmikroskopisch schwer auflösbar sind. Zentralarea fehlt oder ist nur einseitig minimal ausgeprägt.
Fortpflanzung
Asexuell durch vegetative Zellteilung mit sukzessiver Größenreduktion; sexuell durch Auxosporenbildung zur Wiederherstellung der Initialzellgröße.