Breitflügelfledermaus
Eptesicus serotinus
Die Breitflügelfledermaus ist eine der größten europäischen Fledermausarten mit einer Flügelspannweite von bis zu 38 cm. Sie besitzt ein langes, seidiges Fell, das auf dem Rücken rauchbraun und auf der Bauchseite gelbbraun gefärbt ist. Die Art ist ein typischer Hausbewohner und nutzt bevorzugt Spaltenquartiere an Gebäuden oder Dachstühle. Ihr Flug ist durch langsame, flatternde Bewegungen gekennzeichnet, wobei sie oft in geringer Höhe jagt.

Details
Erkennungsmerkmale
Große, dunkle Ohren mit abgerundetem Tragus; kräftiger Kiefer; Schwanzspitze ragt 3-5 mm aus der Flughaut heraus.
Sozialverhalten
Bildet im Sommer Wochenstubenkolonien von 10 bis 100 Weibchen; Männchen leben während dieser Zeit meist einzelgängerisch.
Ernährung
Ernährt sich von Käfern (z.B. Maikäfern, Mistkäfern), Nachtfaltern und anderen größeren Fluginsekten.
Jagdstrategie
Langsamer Suchflug in 2-10 Metern Höhe entlang von Strukturen oder Ansitzjagd von erhöhten Warten aus.
Überwinterung
Winterschlaf in tiefen Mauerspalten, Felsritzen oder Kellern bei Temperaturen zwischen 2 und 6 Grad Celsius.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator von Insekten; trägt zur biologischen Kontrolle von landwirtschaftlichen Schädlingen bei.
Natürliche Feinde
Schleiereule, Waldkauz, Hauskatze und verschiedene Marderarten.
Konkurrenzarten
Andere gebäudebewohnende Fledermausarten sowie der Große Abendsegler in ähnlichen Jagdhabitaten.
Ökosystemleistung
Biologische Schädlingsbekämpfung durch den Verzehr großer Mengen an Insekten pro Nacht.
Bedrohungen
Quartierverlust durch energetische Gebäudesanierung, Pestizideinsatz in der Landwirtschaft und Windenergieanlagen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Große Fledermausart mit breiten Flügeln. Der Tragus ist kurz, abgerundet und nach innen gebogen (nicht pilzförmig). Die Schwanzspitze ragt etwa 3-5 mm aus der Schwanzfluighaut heraus. Die Ohren sind verhältnismäßig kurz und breit.
Lebensraum
Typischer Siedlungsfolger (Hausfledermaus). Bevorzugt offene bis halboffene Landschaften, Gärten, Parks und dörfliche Strukturen. Jagt oft entlang von Waldrändern, Hecken und über Viehweiden oder unter Straßenlaternen.
Ernährung
Insektenfresser. Hauptnahrung sind Käfer (Coleoptera, z.B. Maikäfer, Mistkäfer), Nachtfalter (Lepidoptera) und Zweiflügler (Diptera).
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Sanierung von Altbauten (Verlust von Quartieren), Einsatz von Insektiziden (Nahrungsmangel), Kollisionen an Windenergieanlagen, Quartierverlust durch energetische Gebäudesanierung.
Bestandstrend
In Deutschland regional unterschiedlich; oft stabil, aber lokal Rückgänge durch Quartierverlust und Nahrungsmangel verzeichnet.
Schutzmaßnahmen
Erhalt von Einflugöffnungen bei Sanierungen, Verzicht auf giftige Holzschutzmittel, Förderung insektenreicher Habitate (Pestizidverzicht), Anbringen von Fledermauskästen.