Langer Moor-Schwefelkopf
Hypholoma elongatum
Der Lange Moor-Schwefelkopf ist ein spezialisierter Pilz aus der Familie der Träuschlingsverwandten, der fast ausschließlich in feuchten Hoch- und Übergangsmooren vorkommt. Er lebt saprobiontisch und zersetzt abgestorbene Teile von Torfmoosen (Sphagnum). Charakteristisch ist der im Verhältnis zum kleinen Hut sehr lange, dünne und brüchige Stiel, der tief im Moospolster verankert ist. Die Fruchtkörper erscheinen meist gesellig zwischen Spätsommer und Spätherbst.
Details
Erkennungsmerkmale
Hut 1-3 cm breit, blassgelb bis oliv-gelblich, hygrophan; Stiel auffallend lang (bis 10 cm) und dünn; Lamellen erst weißlich-gelb, später grauviolett; Sporenpulver dunkelviolett.
Ernährung
Saprobiontisch; gewinnt Nährstoffe durch den Abbau von organischem Material, insbesondere von abgestorbenen Torfmoosen.
Überwinterung
Überdauerung als Myzel im Moos-Substrat.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärzersetzer in extrem nährstoffarmen Moor-Ökosystemen; trägt zum Stoffkreislauf bei.
Natürliche Feinde
Insektenlarven, Schnecken.
Konkurrenzarten
Andere moorbewohnende Pilze wie der Heide-Schwefelkopf (Hypholoma ericaeum).
Ökosystemleistung
Nährstoffrecycling in Feuchtgebieten.
Bedrohungen
Zerstörung des Lebensraums durch Entwässerung von Mooren, Torfabbau und Stickstoffeintrag (Eutrophierung).
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Hauptmerkmale sind der extrem lange, dünne Stiel im Verhältnis zum kleinen Hut, das ausschließliche Vorkommen in Torfmoosen (Sphagnum) und die oliv-graue Färbung der reifen Lamellen. Mikroskopisch sind die relativ kleinen, glatten Sporen (ca. 7,5–9,5 x 4–5 µm) kennzeichnend.
Lebensraum
Nährstoffarme, saure Standorte wie Hochmoore, Zwischenmoore und nasse Heidegebiete; streng acidophil und hygrophil.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung durch Basidiosporen, die an viersporigen Basidien gebildet werden.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Zerstörung des Habitats durch Entwässerung von Mooren, Torfabbau, Eutrophierung (Stickstoffeintrag) und Klimawandel (Austrocknung).
Schutzmaßnahmen
Schutz und Renaturierung von Mooren, Wiedervernässung ehemaliger Abbauflächen, Einrichtung von Pufferzonen zur Vermeidung von Nährstoffeinträgen.