Gift-Hahnenfuß
Ranunculus sceleratus
Der Gift-Hahnenfuß ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 60 Zentimetern erreicht. Sie gedeiht vor allem auf nährstoffreichen Schlammböden an Ufern, Teichen und in Gräben. Die Pflanze besitzt fleischige, glänzende Blätter und zahlreiche kleine, blassgelbe Blüten mit einem auffällig verlängerten Blütenboden. Aufgrund des hohen Protoanemonin-Gehalts gilt sie als die giftigste Art der Gattung Ranunculus in Mitteleuropa.

Details
Sauerstoffproduktion
Geringe Sauerstoffabgabe über untergetauchte Pflanzenteile.
Habitatfunktion
Strukturgeber für Wirbellose auf Schlammflächen; Nistmaterial und Nahrung für Vögel.
Nährstoffaufnahme
Hohe Kapazität zur Aufnahme von Stickstoffverbindungen aus dem Wasser und Boden.
Nahrungsquelle für
Bestäubende Insekten (Schwebfliegen), Samen für Enten und andere Wasservögel.
Nutzung durch Menschen
Früher als 'Bettlerkraut' zur Erzeugung künstlicher Hautwunden; medizinisch heute obsolet.
Ökologie
Ökologische Rolle
Pionierpflanze auf offenen Schlammböden, wichtig für die Primärproduktion in temporären Feuchthabitaten.
Natürliche Feinde
Wegen starker Giftigkeit kaum Fraß durch Säugetiere; spezialisierte Insektenlarven (z.B. Minierfliegen).
Konkurrenzarten
Andere nitrophile Pionierarten wie Bidens tripartita oder Persicaria-Arten.
Ökosystemleistung
Stabilisierung von Ufersubstraten und Nährstoffrückhalt in Auen.
Bedrohungen
Intensive Entwässerung, Verbauung von Ufern und Verlust von Flutmulden.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Ausschließlich generativ über Samen. Eine einzelne Pflanze kann bis zu 10.000 kleine Nüsschen produzieren, die durch Wasser (Hydrochorie) oder Tiere verbreitet werden.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Pionierstandorten durch Uferverbauung, Entwässerung von Feuchtgebieten und intensive Reinigung von Gräben.