Großes Mausohr
Myotis myotis
Das Große Mausohr ist die größte in Mitteleuropa heimische Fledermausart. Sie zeichnet sich durch ihre breiten Flügel, die markante mauseähnliche Schnauze und die namensgebenden großen Ohren aus. Die Art bewohnt bevorzugt offene Landschaften und lichte Laubwälder, wobei sie ihre Wochenstuben oft in großen, ungestörten Dachstühlen von Kirchen oder Schlössern einrichtet. Im Winter zieht sie sich zur Hibernation in kühle, feuchte Höhlen, Stollen oder Keller zurück. Durch ihre spezialisierte Jagdweise am Boden nimmt sie eine besondere ökologische Nische ein.

Details
Erkennungsmerkmale
Große Ohren mit schmalem Tragus, breite Schnauze, braungraues Rückenfell, fast weiße Bauchseite, Unterarmllänge 60-68 mm.
Sozialverhalten
Gesellig; bildet große Wochenstubengesellschaften von hunderten Weibchen; Männchen leben im Sommer meist solitär.
Ernährung
Hauptsächlich bodenlebende Gliederfüßer, insbesondere große Laufkäfer, aber auch Schnaken, Grillen und Spinnen.
Jagdstrategie
Bodenfang (Gleaning); ortet Beute passiv durch Krabbelgeräusche und sammelt sie vom Boden auf.
Überwinterung
Winterschlaf in unterirdischen Quartieren mit hoher Luftfeuchtigkeit und stabilen Temperaturen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator von Insekten; trägt zur biologischen Kontrolle von forstwirtschaftlich relevanten Käferarten bei.
Natürliche Feinde
Eulen (insbesondere Schleiereule und Waldkauz), Marder, Hauskatzen.
Konkurrenzarten
Andere große Myotis-Arten bei Konkurrenz um optimale Quartierplätze.
Ökosystemleistung
Biologische Schädlingsbekämpfung in Wäldern und auf landwirtschaftlichen Flächen.
Bedrohungen
Verlust von Quartieren durch Gebäudesanierung, Einsatz von Insektiziden, Zerschneidung der Jagdhabitate.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Größte Myotis-Art in Europa. Charakteristisch sind die breiten Ohren mit einem Tragus, der etwa die halbe Ohrlänge erreicht, sowie eine kurze, breite Schnauze. Die Unterarmlänge liegt meist zwischen 55 und 68 mm.
Lebensraum
Bevorzugt offene Laub- und Mischwälder mit hallenartiger Struktur und wenig Unterwuchs (Jagdhabitat). Als Quartiere dienen im Sommer warme Dachböden von Kirchen oder Schlössern, im Winter frostfreie Höhlen und Stollen.
Ernährung
Primär große, bodenlebende Arthropoden, insbesondere Laufkäfer (Carabidae), aber auch Spinnen, Grillen und gelegentlich Engerlinge.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Quartieren durch Gebäudesanierung, Einsatz von Insektiziden in der Land- und Forstwirtschaft (Nahrungsmangel) sowie Lebensraumfragmentierung.
Bestandstrend
Nach massiven Rückgängen in der Mitte des 20. Jahrhunderts zeigen die Bestände in Mitteleuropa derzeit einen stabilen bis leicht positiven Trend.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Erhalt von Wochenstubenquartieren, fledermausgerechte Sanierung von Gebäuden, Förderung strukturreicher Laubwälder und Reduktion von Pestiziden.