Donau-Schwebegarnele
Limnomysis benedeni
Die Donau-Schwebegarnele ist ein kleiner, garnelenähnlicher Krebstiervertreter mit einer Körperlänge von bis zu 15 Millimetern. Sie zeichnet sich durch einen fast transparenten Körper und markante, gestielte Facettenaugen aus. Ursprünglich im Schwarzmeer- und Kaspischen Raum beheimatet, hat sie sich über Kanäle und Schifffahrtswege in weiten Teilen Europas als invasive Art ausgebreitet. Sie besiedelt bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer mit reichem Pflanzenwuchs.

Details
Erkennungsmerkmale
Transparenter Körper, zwei Paar Antennen, sechs Paar Spaltfüße am Thorax, Telson am Körperende ist am Hinterrand leicht eingekerbt.
Sozialverhalten
Bildet oft dichte, schwarmartige Ansammlungen in ufernahen Bereichen, insbesondere in der Nähe von Wasserpflanzen oder Steinen.
Ernährung
Allesfresser; die Nahrung besteht primär aus Detritus, Algenaufwuchs (Periphyton) und gelegentlich kleinem Zooplankton.
Jagdstrategie
Kombination aus Filtrieren von Schwebstoffen und aktivem Greifen von kleinen Futterpartikeln oder Organismen.
Laichsubstrat
Die Eier werden nicht auf Substrat abgelegt, sondern im Brutbeutel (Marsupium) des Weibchens getragen.
Überwinterung
Überwintert als adultes Tier oder in späten Larvenstadien in tieferen, frostfreien Wasserschichten.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtige Beute für Fische; kann heimische Arten durch Konkurrenz um Lebensraum und Nahrung verdrängen.
Natürliche Feinde
Verschiedene Fischarten (z.B. Barsche, Kaulbarsche, Grundeln) sowie räuberische Wirbellose.
Konkurrenzarten
Heimische Mysiden-Arten und andere filtrierende oder detritusfressende Makroinvertebraten.
Ökosystemleistung
Beschleunigt den Nährstoffkreislauf durch den Abbau von Detritus und dient als hocheffiziente Nahrungsquelle für die Fischfauna.
Bedrohungen
Keine signifikanten Bedrohungen bekannt; die Art profitiert von der anthropogenen Veränderung der Gewässer.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Das wichtigste Merkmal ist das Telson, das kurz ist und am Ende fast gerade abgestutzt oder nur sehr flach eingebuchtet erscheint, im Gegensatz zu den tief gespaltenen Telsa anderer Mysiden. Der Außenast der Uropoden (Exopodit) besitzt keine Quernaht (Diärese). Die Art bildet oft dichte Schwärme in der Vegetation.
Ernährung
Detritus, Diatomeen, Grünalgen, Protozoen und feine organische Partikel.
Fortpflanzung
Sexuelle Fortpflanzung mit ausgeprägtem Sexualdimorphismus. Die Weibchen tragen die befruchteten Eier in einem Brutbeutel (Marsupium), wo die gesamte Embryonalentwicklung stattfindet. Es gibt mehrere Generationen pro Jahr (meist eine überwinternde und zwei bis drei Sommergenerationen).
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Sekundärproduzent und Bindeglied zwischen Detritus/Plankton und benthivoren sowie planktivoren Fischen.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet (Donau-Delta, Kaspisches Meer) durch Lebensraumverlust gefährdet; in Mitteleuropa als invasives Neozoon nicht gefährdet.
Schutzmaßnahmen
Keine Schutzmaßnahmen erforderlich; Monitoring der Bestände zur Überwachung der Biodiversitätsveränderungen in Invasionsgebieten empfohlen.