Kleiner Wasserfrosch
Pelophylax lessonae
Der Kleine Wasserfrosch ist die kleinste Art des europäischen Wasserfrosch-Komplexes. Er zeichnet sich durch eine meist leuchtend grasgrüne Färbung, eine helle Rückenlinie und gelbe Flanken aus. Die Art ist eng an spezialisierte Lebensräume wie Moore, Waldtümpel und nährstoffarme Weiher gebunden. Im Gegensatz zu seinen Verwandten überwintert er überwiegend an Land in frostfreien Erdlöchern oder unter Totholz.

Details
Erkennungsmerkmale
Kurze Hinterbeine (Fersenhöcker-Test), meist grasgrün, helle Rückenlinie, weiße Schallblasen, gelbe Färbung in den Leistenregionen.
Sozialverhalten
Männchen bilden während der Fortpflanzungszeit Rufchöre; außerhalb der Paarungszeit leben die Tiere weitgehend solitär.
Ernährung
Hauptsächlich Fluginsekten, Käfer, Spinnen und andere kleine Wirbellose; Larven fressen Algen und Detritus.
Jagdstrategie
Lauerjäger, der Beutetiere mit der klebrigen Zunge fixiert oder durch aktives Zuschnappen erbeutet.
Laichsubstrat
An Wasserpflanzen geheftete Laichballen in besonnten, flachen Uferzonen.
Überwinterung
Terrestrische Überwinterung in Erdlöchern, unter Moos, Laub oder Totholz in Gewässernähe.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Regulator von Insektenpopulationen und bedeutende Beute für Vögel, Reptilien und kleine Raubsäuger.
Natürliche Feinde
Ringelnatter, Graureiher, Weißstorch, Hecht, Marder, verschiedene Greifvögel.
Konkurrenzarten
Teichfrosch (Hybrid), Seefrosch (Konkurrenz um Lebensraum und Nahrung).
Ökosystemleistung
Natürliche Schädlingskontrolle durch den Verzehr von Mücken und anderen Insekten.
Bedrohungen
Lebensraumverlust durch Entwässerung, Eutrophierung von Gewässern, Pestizideinsatz und Verbuschung von Laichplätzen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Großer, harter, halbkreisförmiger Fersenhöcker (Callus internus), dessen Länge oft mehr als die Hälfte der ersten Zehe beträgt. Männchen besitzen paarige, weiße Schallblasen.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Sekundärkonsument und bedeutende Beuteressource für Vögel, Schlangen und räuberische Fische.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Zerstörung und Entwässerung von Mooren, Verlandung von Kleingewässern, Fischbesatz in Laichgewässern und Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft.
Bestandstrend
Rückläufig in weiten Teilen Mitteleuropas, insbesondere durch den Verlust spezialisierter Moor- und Heidelebensräume.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Renaturierung von Mooren, Anlage von fischfreien Kleingewässern, Erhalt von Pufferzonen um Laichgewässer.