Zum Inhalt springen
Vogel

Graugans

Anser anser

RL LC§ Geschützt🔬 Zeigerart🦅 Wanderart

Die Graugans zeichnet sich durch ihr graubraunes Gefieder, einen kräftigen orangefarbenen Schnabel und rosa Beine aus. Sie bewohnt Feuchtgebiete, Seen und Flusstäler in weiten Teilen Eurasiens. Als geselliger Vogel bildet sie oft große Schwärme, besonders während der Zugzeit und Mauser. Sie ist die wildlebende Stammform der europäischen Hausgans.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Großer graubrauner Körper, heller Vorderflügel im Flug, kräftiger orangefarbener bis rosa Schnabel, rosa Beine.

🐠

Sozialverhalten

Hochgradig sozial, lebt in lebenslangen monogamen Paaren und großen Familiengruppen oder Schwärmen.

🍽️

Ernährung

Rein pflanzlich; ernährt sich von Gräsern, Kräutern, Wurzeln, Getreide und verschiedenen Wasserpflanzen.

🎯

Jagdstrategie

Weiden auf Wiesen und Feldern oder Gründeln in flachen Wasserzonen.

❄️

Überwinterung

Migration in wärmere Gebiete oder Verbleib an eisfreien Gewässern mit Zugang zu Weideflächen.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtiger Grasfresser, der Vegetationsstrukturen beeinflusst; dient als Beutetier für große Greifvögel und Raubsäuger.

🦅

Natürliche Feinde

Seeadler, Fuchs (Gelege und Jungvögel), Waschbär, Kolkrabe (Eier).

⚔️

Konkurrenzarten

Kanadagans, Höckerschwan (Konkurrenz um Nistplätze und Nahrungsressourcen).

🌟

Ökosystemleistung

Nährstofftransport zwischen aquatischen und terrestrischen Habitaten durch Exkremente; Samenverbreitung.

⚠️

Bedrohungen

Habitatverlust durch Entwässerung, Störungen an Brutplätzen, Bleivergiftung durch Jagdmunition, illegale Bejagung.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Entenvögel
Ordnung
Gänsevögel
Körperlänge
74 – 91 cm
Flügelspannweite
147 – 180 cm
Gewicht
2160 – 4560 g
Lebenserwartung
5 – 26 years
Beinfarbe
Fleischfarben bis rosa.

Brutkleid

Graubraun gebändert, Unterseite heller mit unregelmäßigen schwarzen Flecken bei adulten Vögeln. Im Flug fallen die hellgrauen Vorderflügel (Armdecken) als wichtigstes Merkmal auf.

Schlichtkleid

Kein ausgeprägter Wechsel zwischen Pracht- und Schlichtkleid; das Gefieder bleibt das ganze Jahr über weitgehend identisch.

Jugendkleid

Ähnlich wie Altvögel, jedoch ohne schwarze Bauchflecken. Die Federsäume sind schmaler und weniger kontrastreich, die Beine eher grau-fleischfarben statt rosa.

Geschlechtsdimorphismus

Gering; Männchen (Ganter) sind im Durchschnitt etwas größer und schwerer als Weibchen, was jedoch im Feld schwer zu unterscheiden ist.

Erkennungsmerkmale

Großer, kräftiger Schnabel (orange oder rosa), hellgraue Vorderflügel im Flug, rosa Beine, kräftiger Hals und massiger Körper.

Verwechslungsarten

Saatgans (Anser fabalis - dunklerer Kopf, orange-schwarzer Schnabel), Blässgans (Anser albifrons - weiße Stirnblesse, kleinere Statur), Kurzschnabelgans (Anser brachyrhynchus).

Schnabel

Kräftig und keilförmig. Bei der westlichen Unterart (A. a. anser) meist orange, bei der östlichen Unterart (A. a. rubrirostris) eher rosa.

Stimme

Rufaktivität
Ganzjährig, besonders lautstark während des Zuges und der Revierbesetzung im Frühjahr.

Gesang

Kein Singvogelgesang; die Kommunikation erfolgt über ein breites Repertoire an Rufen.

Rufe

Ein lautes, tiefes und nasales 'ga-ga-ga', sehr ähnlich der Hausgans. Oft im Flug oder bei Erregung geäußert.

Verbreitung & Migration

Zugverhalten
Teilzieher
Ankunft (Monate)Feb – Mär
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Abzug (Monate)Sep – Nov
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D

Brutverbreitung

Paläarktis; von Island über Nord- und Mitteleuropa bis nach Zentralasien und China.

Überwinterungsgebiet

Westeuropa (Niederlande, Spanien), Mittelmeerraum, Nordafrika und Südasien. Zunehmend Überwinterung in den Brutgebieten Mitteleuropas.

Zugverhalten Details

Teilzieher; nordische Populationen ziehen nach Südwesten, während mitteleuropäische Vögel oft Standvögel oder Kurzstreckenzieher sind.

Habitat

Reviergröße
Nester stehen oft in lockeren Kolonien; verteidigt wird primär die unmittelbare Nestumgebung.

Bruthabitat

Nährstoffreiche Stillgewässer, Seen, Moore und Altwässer mit ausgedehnten Röhrichtgürteln und angrenzenden Weideflächen.

Nahrungshabitat

Grünland, Äcker (Getreide, Raps, Maisstoppeln), feuchte Wiesen und im Winter auch Wintersaaten.

Brutbiologie

BrutzeitMär – Jun
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Neststandort
Bodenbrüter
Gelegegröße
4 – 9 eggs
Bruten pro Jahr
1 – 1 broods
Brutdauer (Tage)
27 – 29 days
Nestlingszeit (Tage)
50 – 60 days

Nestbau

Großer Haufen aus Pflanzenmaterial wie Schilf und Zweigen, die Nestmulde wird mit feinen Daunen ausgekleidet.

Eier

Rahmweiß bis gelblich-weiß, glanzlos, oft durch das Nistmaterial im Laufe der Brut verschmutzt.

Brutpflege

Beide Elternteile führen die Jungen (Nestflüchter); das Weibchen brütet allein, während das Männchen das Nest bewacht.

Ernährung & Verhalten

Aktivität
Tagaktiv

Nahrung Brutzeit

Rein herbivor: Gräser, Kräuter, Wurzeln und Triebe von Wasserpflanzen.

Nahrung Winter

Wintergetreide, Raps, Maiskörner auf Stoppelfeldern, Rübenreste und Gräser.

Nahrungserwerb

Grasen auf Landflächen, Gründeln im flachen Wasser, Ausgraben von Wurzeln und Knollen.

Jagdstrategie

Herbivorer Weidegänger; sucht Nahrung am Boden oder in der Flachwasserzone.

Sozialverhalten

Sehr gesellig; außerhalb der Brutzeit in großen Trupps organisiert. Geht lebenslange Monogamie ein.

Schwarmverhalten

Bildung von V-Formationen im Flug zur Energieersparnis; koordinierte Wachsamkeit innerhalb der Gruppe bei der Nahrungssuche.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Lebensraumverlust durch Entwässerung von Feuchtgebieten, Störungen an Brutplätzen durch Freizeitaktivitäten, illegale Bejagung.

Bestandstrend

Zunehmend; seit den 1970er Jahren starke Bestandszunahme und Arealausweitung in Mitteleuropa.

Schutzmaßnahmen

Schutz und Renaturierung von Feuchtgebieten, Management von Jagdzeiten, Einrichtung von störungsfreien Ruhezonen.

Wikipedia →