Kreuzkröte
Epidalea calamita
Die Kreuzkröte ist eine Pionierart, die offene, sonnige Lebensräume mit lockeren Böden und flachen, temporären Gewässern bevorzugt. Charakteristisch ist der schmale, gelbe Längsstreifen auf der Rückenmitte sowie die kurzen Hinterbeine, die ihr ein mausartiges Laufen ermöglichen. Sie ist bekannt für die extrem lauten Paarungsrufe der Männchen, die über zwei Kilometer weit hörbar sein können. Als Pionierart besiedelt sie schnell neu entstandene Lebensräume wie Kiesgruben oder Truppenübungsplätze.

Details
Erkennungsmerkmale
Gelber Rückenstreifen (Aalstrich), goldgelbe Iris, warzige Haut, kurze Hinterbeine (läuft statt zu hüpfen), grünliche bis bräunliche Marmorierung.
Sozialverhalten
Außerhalb der Paarungszeit weitgehend solitär; Männchen bilden während der Fortpflanzungsphase Rufgemeinschaften.
Ernährung
Insekten (insbesondere Käfer und Ameisen), Spinnen, Würmer und andere bodenbewohnende Wirbellose.
Jagdstrategie
Aktive Jagd am Boden durch schnelles Laufen und Ergreifen der Beute mit der Zunge.
Laichsubstrat
Flache, vegetationsfreie Kleingewässer, Pfützen und wassergefüllte Fahrspuren.
Überwinterung
Winterstarre in selbstgegrabenen Erdlöchern im sandigen Boden oder in Nagetierbauten.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator für Insekten und Wirbellose; Kaulquappen regulieren Algenwachstum in Pioniergewässern.
Natürliche Feinde
Vögel (z.B. Reiher, Greifvögel), Ringelnattern, kleine Säugetiere (z.B. Igel, Marder).
Konkurrenzarten
Erdkröte, Wechselkröte, Grasfrosch (Konkurrenz um Laichplätze).
Ökosystemleistung
Natürliche Schädlingskontrolle durch den Verzehr von Insekten in Agrar- und Offenlandschaften.
Bedrohungen
Habitatverlust durch Verfüllung von Abgrabungen, Intensivierung der Landwirtschaft, Entwässerung und Sukzession.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Gelber Aalstrich auf dem Rücken; sehr kurze Hinterbeine, die zu einer charakteristischen, mausartigen Fortbewegung (Laufen statt Hüpfen) führen; hellgelbe Iris; lauter, weithin hörbarer Paarungsruf.
Rolle im Nahrungsnetz
Sekundärkonsument; Larven dienen als Nahrung für Wasserinsekten und Libellenlarven; Adulte werden von Vögeln und Ringelnattern gefressen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Pionierhabitaten durch Sukzession, Aufgabe von Truppenübungsplätzen/Abgrabungen, intensive Landwirtschaft (Pestizide), Grundwasserabsenkung und Zerschneidung der Landschaft.
Bestandstrend
Rückläufig in weiten Teilen Mitteleuropas aufgrund von Habitatverlust; in Deutschland auf der Roten Liste meist als 'Gefährdet' (Kategorie 3 oder V) eingestuft.
Schutzmaßnahmen
Schaffung und Erhalt von dynamischen Rohbodenstandorten, Anlage von temporären Kleingewässern, Offenhaltung von Abgrabungen (Management von Sukzession), Biotopvernetzung.