Giebel
Carassius gibelio
Der Giebel ist ein extrem widerstandsfähiger Süßwasserfisch, der ursprünglich aus dem ostasiatisch-sibirischen Raum stammt und sich weit über Europa ausgebreitet hat. Er gilt als die wild lebende Stammform des Goldfisches und zeichnet sich durch seine silbrig-graue Färbung aus. Eine biologische Besonderheit der Art ist die Gynogenese, bei der sich die Eizellen ohne Verschmelzung mit männlichem Erbgut entwickeln können. Er besiedelt bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer mit schlammigem Grund und niedrigem Sauerstoffgehalt.

Details
Erkennungsmerkmale
Silbrig-graue bis bleifarbene Flanken, hoher Rücken, Rückenflosse mit gesägtem Hartstrahl, 27-33 Schuppen entlang der Seitenlinie, Bauchfell meist dunkel pigmentiert.
Sozialverhalten
Gesellig, bildet besonders im Jungfischstadium größere Schwärme.
Ernährung
Omnivor; ernährt sich von Zooplankton, kleinen wirbellosen Bodentieren, Algen und Detritus.
Jagdstrategie
Gründeln im Bodensubstrat und Abweiden von Aufwuchs an Wasserpflanzen.
Laichsubstrat
Wasserpflanzen (Haftlaicher).
Überwinterung
Winterruhe in tieferen Gewässerzonen oder teilweise im Schlamm eingegraben.
Ökologie
Ökologische Rolle
Starker Nahrungskonkurrent für einheimische Arten wie die Karausche; Pionierart in degradierten Gewässern.
Natürliche Feinde
Hecht, Zander, Fischotter, Kormoran, Reiher.
Konkurrenzarten
Karausche (Carassius carassius), Karpfen, Schleie.
Ökosystemleistung
Dient als Beutefisch für verschiedene Raubtiere in sonst fischleeren, sauerstoffarmen Gewässern.
Bedrohungen
In Europa nicht bedroht; Ausbreitung wird durch anthropogene Gewässerveränderungen gefördert.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Morphologie & Identifikation
Färbung
Flanken silbrig-grau bis bronzefarben, Rücken dunkler (olivgrau), Bauch weißlich-silbern. Flossen gräulich.
Erkennungsmerkmale
Silbrig-graue Färbung, hochrückiger Körper, 27-33 Schuppen in der Seitenlinie. Wichtigstes Merkmal zur Unterscheidung von der Karausche ist das schwarze Peritoneum (Bauchfell) und die deutlich gesägte Rückenflosse (letzter Hartstrahl).
Verwechslungsarten
Karausche (Carassius carassius - helles Bauchfell, rundere Rückenflosse), Karpfen (Cyprinus carpio - hat Barteln), Goldfisch (Carassius auratus).
Geschlechtsdimorphismus
Äußerlich kaum unterscheidbar; Besonderheit ist die gynogenetische Fortpflanzung triploider Weibchen.
Habitat & Lebensraum
Fischregion
Brachsenregion; stehende Gewässer wie Seen, Teiche und Altarme.
Bevorzugte Zone
Benthopelagisch; hält sich meist in Bodennähe oder in der mittleren Wassersäule auf.
Strömungspräferenz
Stagnophil bis limnophil; bevorzugt stehende oder sehr langsam fließende Gewässer.
Substratpräferenz
Bevorzugt weiche, schlammige Böden mit reichem Detritus und Makrophytenbewuchs.
Sauerstoffbedarf
Sehr gering; kann in extrem sauerstoffarmen Gewässern überleben, in denen andere Fischarten sterben.
Migration
Wanderverhalten
Keine ausgeprägten Wanderungen; lediglich lokale Wanderungen zwischen Winterquartieren und Laichgebieten.