Trompetentierchen
Stentor
Trompetentierchen sind sessile oder frei schwimmende Einzeller aus der Gruppe der Ciliaten, die vor allem in nährstoffreichen Stillgewässern vorkommen. Sie gehören mit einer Länge von bis zu zwei Millimetern zu den größten bekannten Einzellern und sind oft schon mit bloßem Auge erkennbar. Charakteristisch ist ihr schlagkräftiger Wimpernkranz am Vorderende, mit dem sie Nahrung herbeistrudeln, sowie ihre enorme Regenerationsfähigkeit. Bei mechanischer Reizung können sie sich durch spezialisierte kontraktile Filamente blitzschnell zu einer Kugel zusammenziehen.

Details
Erkennungsmerkmale
Trompeten- oder trichterförmiger Körper, großer Wimpernkranz am Vorderende (Peristom), oft auffällig gefärbt (z.B. blaugrün bei S. coeruleus), hochgradig kontraktil.
Sozialverhalten
Meist solitär lebend, können jedoch bei reichem Nahrungssangebot dichte Kolonien auf Substraten wie Wasserpflanzen bilden.
Ernährung
Ernährt sich von Bakterien, Algen (Phytoplankton) und kleineren Einzellern, die durch den Wimpernkranz in den Zellmund gestrudelt werden.
Jagdstrategie
Strudler; erzeugt einen Wasserstrom, um Nahrungspartikel und kleinere Organismen effektiv aus dem Wasser zu filtern.
Überwinterung
Bildung von Dauerstadien (Zysten) zur Überdauerung von Frost oder Austrocknung.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärkonsument und Destruent im mikrobiellen Loop; reguliert Bakterienpopulationen in aquatischen Ökosystemen.
Natürliche Feinde
Größere Zooplankter, kleine Krebstiere (wie Wasserflöhe) und räuberische Einzeller.
Konkurrenzarten
Andere Ciliaten wie Paramecium (Pantoffeltierchen) oder Vorticella (Glockentierchen).
Ökosystemleistung
Beitrag zur biologischen Selbstreinigung von Gewässern durch Filtration von Bakterien und Detritus.
Bedrohungen
Extreme chemische Verschmutzung, toxische Algenblüten und vollständige Austrocknung der Habitate.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Lebensraum
Süßwasserökosysteme; bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer (Teiche, Seen, Gräben). Oft assoziiert mit aquatischen Makrophyten oder detritusreichen Oberflächen.
Fortpflanzung
Asexuelle Vermehrung durch Querteilung (Fission); sexuelle Prozesse durch Konjugation zum genetischen Austausch.
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator im mikrobiellen Loop; reguliert Bakterien- und Algenpopulationen und dient als Bindeglied zu höheren trophischen Ebenen.