Zarter Wasserfloh
Ceriodaphnia pulchella
Ceriodaphnia pulchella ist eine Art aus der Familie der Daphniidae, die in stehenden Gewässern weit verbreitet ist. Sie ist deutlich kleiner als die gewöhnliche Daphnia magna und besitzt einen charakteristisch rundlichen Körperbau ohne langen Endstachel. Als Filtrierer spielt sie eine zentrale Rolle bei der Kontrolle des Phytoplanktons und dient als wichtige Nahrungsquelle für Jungfische.

Details
Erkennungsmerkmale
Rundlicher Carapax ohne Hinterstachel, kleiner Kopf ohne Kiel, kurzes Rostrum, Endkralle der Furca ohne Nebenzähnchen.
Sozialverhalten
Tritt oft in hohen Individuendichten im Pelagial von Seen und Teichen auf.
Ernährung
Ernährt sich durch Filtration von einzelligen Algen (Phytoplankton), Bakterien und organischem Detritus.
Jagdstrategie
Passiver Filtrierer; erzeugt mit den Thoraxbeinen einen Wasserstrom zur Nahrungsaufnahme.
Laichsubstrat
Eier werden in der dorsalen Brutkammer unter dem Carapax getragen.
Überwinterung
Überwinterung erfolgt meist als Dauerei (Ephippium) im Sediment der Gewässer.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärkonsument, der Energie vom Phytoplankton auf höhere trophische Ebenen überträgt.
Natürliche Feinde
Planktivore Fische, räuberisches Zooplankton (z.B. Leptodora kindtii) und Insektenlarven.
Konkurrenzarten
Andere Cladoceren wie Daphnia-Arten oder Bosmina-Arten sowie Rotatorien.
Ökosystemleistung
Trägt zur Wasserklärung bei, indem die Algenkonzentration durch Filtration reduziert wird.
Bedrohungen
Eutrophierung, Pestizideintrag in Gewässer und Versauerung der Habitate.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch sind die 7 bis 9 Dornen am Postabdomen. Die Fornices (seitliche Kopfleisten) sind oft spitz ausgezogen. Im Gegensatz zu Ceriodaphnia quadrangula ist der Kopf bei C. pulchella kleiner und die Schalenstruktur weist eine feine Wabenmusterung auf. Ein Rostrum fehlt.
Fortpflanzung
Zyklische Parthenogenese: Während der Sommermonate erfolgt eine schnelle ungeschlechtliche Vermehrung. Bei Verschlechterung der Umweltbedingungen werden Männchen und Dauereier produziert.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiges Bindeglied im pelagischen Nahrungsnetz; wandelt Primärproduktion in tierische Biomasse um und dient als essentielle Nahrungsquelle für höhere Trophieebenen.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Anthropogene Eutrophierung über das natürliche Maß hinaus, Pestizideinträge aus der Landwirtschaft und der Verlust von Kleingewässern durch Austrocknung oder Verfüllung.