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Makrozoobenthos

Gemeine Kugelmuschel

Sphaerium corneum

RL LC🔬 Zeigerart

Die Gemeine Kugelmuschel ist eine kleine, bis zu 15 mm große Süßwassermuschel mit einer charakteristisch rundlichen, fast kugelförmigen Schale. Sie besiedelt stehende und langsam fließende Gewässer mit schlammigem oder sandigem Untergrund in ganz Europa und Nordasien. Die Schalenfarbe variiert von gelblich-braun bis grau-grün, oft mit feinen konzentrischen Wachstumsstreifen. Als sehr anpassungsfähige Art spielt sie eine wesentliche Rolle im Stoffkreislauf aquatischer Ökosysteme.

Details

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Erkennungsmerkmale

Kugelige bis eiförmige Schale, Wirbel (Umbo) fast in der Mitte liegend, Oberfläche fein gestreift, Schalenrand glatt, Farbe meist hornfarben bis bräunlich.

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Sozialverhalten

Lebt oft in hohen Individuendichten im Sediment, zeigt jedoch kein ausgeprägtes Sozialverhalten.

🍽️

Ernährung

Filtrierer; ernährt sich von organischem Detritus, Phytoplankton, Bakterien und Protozoen, die aus dem Wasser oder dem Oberflächenfilm des Sediments aufgenommen werden.

🥚

Laichsubstrat

Kein externes Substrat; Entwicklung der Jungtiere erfolgt in Brutkammern innerhalb der Kiemenblätter (ovovivipar).

❄️

Überwinterung

Überwintert im Sediment eingegraben; kann kurzzeitiges Einfrieren des Gewässers oder Austrocknen des Schlamms überleben.

Ökologie

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Ökologische Rolle

Wichtiger Primärkonsument und Bindeglied zwischen Pelagial und Benthos; fördert durch Bioturbation den Gasaustausch im Sediment.

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Natürliche Feinde

Fische (z. B. Karpfen, Schlammpeitzger), Wasservögel, räuberische Insektenlarven (z. B. Libellenlarven) und Bisamratten.

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Konkurrenzarten

Andere Sphaerium-Arten sowie invasive Muscheln wie die Wandermuschel (Dreissena polymorpha).

🌟

Ökosystemleistung

Wasserfiltration und Klärung, Nährstoffrecycling, Bereitstellung von Biomasse für höhere Trophiestufen.

⚠️

Bedrohungen

Lebensraumverlust durch Gewässerausbau, übermäßige Eutrophierung und chemische Belastung der Sedimente.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Steckbrief

Familie
Sphaeriidae (Kugelmuscheln)

Erkennungsmerkmale

Charakteristisch ist der zentral gelegene Wirbel ohne Häubchen (im Gegensatz zu Musculium). Die Schale ist gleichmäßig gewölbt und feiner gestreift als bei S. rivicola. Die Innenseite der Schale ist meist bläulich-weiß gefärbt. Die Siphonen sind lang und an der Basis verwachsen.

Ernährung

Phytoplankton, Bakterien und feiner organischer Detritus, der aus der Wassersäule gefiltert oder von der Sedimentoberfläche aufgenommen wird.

Fortpflanzung

Simultaner Hermaphrodit; Selbstbefruchtung ist möglich. Die Art ist ovovivipar: Die befruchteten Eier entwickeln sich in Bruttaschen (Marsupien) an den inneren Kiemenblättern. Die Jungmuscheln werden voll entwickelt freigesetzt.

Rolle im Nahrungsnetz

Primärkonsument und wichtige Beute für benthivore Prädatoren; Bindeglied zwischen Pelagial und Benthos.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Gewässerverbauung, übermäßige Eutrophierung, Habitatverlust durch Austrocknung von Kleingewässern und chemische Kontamination (Pestizide, Schwermetalle).

Schutzmaßnahmen

Schutz und Renaturierung von Still- und Fließgewässern, Erhalt von Uferrandstreifen zur Nährstoffreduktion, Sicherung des Wasserhaushalts in Kleingewässern.

Wikipedia →