Gelbrandkäfer
Dytiscus marginalis
Der Gelbrandkäfer ist einer der größten heimischen Wasserkäfer und bewohnt stehende oder langsam fließende Gewässer. Er zeichnet sich durch einen ovalen, flachen Körper und eine dunkelgrüne bis schwarze Färbung mit markanten gelben Seitenrändern aus. Sowohl die Imagines als auch die Larven leben räuberisch und sind für ihre Aggressivität gegenüber Beutetieren bekannt. Zur Atmung strecken sie das Hinterende aus dem Wasser, um Luft unter den Flügeldecken zu speichern.

Details
Erkennungsmerkmale
Gelber Rand an Halsschild und Flügeldecken; ruderartig verbreiterte Hinterbeine; ovale Körperform; Männchen mit erweiterten Tarsen an den Vorderbeinen.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; zeigt kannibalistisches Verhalten, insbesondere im Larvenstadium bei hoher Dichte.
Ernährung
Räuberisch; frisst Kaulquappen, kleine Fische, Insektenlarven und andere Wirbellose.
Jagdstrategie
Aktive Suche; Beute wird mit den Mandibeln gepackt und durch extraintestinale Verdauung (Injektion von Enzymen) verflüssigt.
Laichsubstrat
Lebendes Gewebe von Wasserpflanzen, in das die Eier mit dem Legestachel eingebohrt werden.
Überwinterung
Überwintert meist als Imago im Wasser, oft im Schlamm oder unter Eis, seltener an Land.
Ökologie
Ökologische Rolle
Spitzenprädatoren unter den wirbellosen Wassertieren; regulieren Populationen von Insekten und Amphibienlarven.
Natürliche Feinde
Größere Fische, Wasservögel (z.B. Reiher), Bisamratten und gelegentlich größere Artgenossen.
Konkurrenzarten
Andere große Schwimmkäfer wie Dytiscus latissimus oder große räuberische Wasserwanzen.
Ökosystemleistung
Beitrag zur biologischen Vielfalt und Kontrolle von Mückenlarven.
Bedrohungen
Zerstörung von Kleingewässern, Pestizideinsatz in der Landwirtschaft und übermäßiger Fischbesatz.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Vollständig gelb gerandeter Halsschild (Unterschied zu D. dimidiatus); Hinterbeine als behaarte Ruderbeine ausgebildet; Männchen mit glatten Elytren und Saugpölstern an den Vorderbeinen; Weibchen meist gefurcht.
Rolle im Nahrungsnetz
Spitzenprädator unter den aquatischen Invertebraten; bedeutend für die Regulation von Amphibien- und Insektenpopulationen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Zerstörung von Kleingewässern, Eutrophierung durch Düngemitteleintrag, Pestizide, intensiver Fischbesatz (Prädationsdruck auf Larven).
Bestandstrend
Weit verbreitet und in Mitteleuropa derzeit stabil, jedoch lokal durch Habitatverlust rückläufig.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Neuanlage von fischfreien Kleingewässern; Erhalt von Ufervegetation; Anlage von Pufferzonen zur Landwirtschaft.