Zweistirnige Zwergspinne
Dicymbium nigrum
Die Zweistirnige Zwergspinne ist ein kleiner Vertreter der Baldachinspinnen, der vor allem in Mitteleuropa verbreitet ist. Ihr Körper ist überwiegend schwarz und glänzend, wobei die Beine oft eine hellere, gelblich-braune Färbung aufweisen. Besonders auffällig ist der ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus, bei dem die Männchen zwei charakteristische Erhebungen am Vorderkopf tragen. Sie bewohnt bevorzugt die Krautschicht sowie die Bodenstreu in feuchten Habitaten wie Wiesen und Wäldern.

Details
Erkennungsmerkmale
Schwarz glänzendes Prosoma und Opisthosoma; Beine gelb-orange bis braun; Männchen mit zweigeteiltem Kopfhügel.
Sozialverhalten
Wie die meisten Zwergspinnen lebt diese Art einzelgängerisch und zeigt territoriales Verhalten in der Nähe ihres Netzes.
Ernährung
Die Art ernährt sich räuberisch von kleinsten wirbellosen Tieren, insbesondere Springschwänzen (Collembola) und kleinen Fliegen.
Jagdstrategie
Bau von winzigen Baldachinnetzen in Bodennähe zum Fang von bodenbewohnenden Insekten.
Laichsubstrat
Eikokons werden in der Bodenstreu oder an niedriger Vegetation befestigt.
Überwinterung
Überwinterung erfolgt meist im adulten Stadium oder als Subadultus in der schützenden Bodenstreu.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Regulator von Kleinstinsektenpopulationen in der Bodenfauna.
Natürliche Feinde
Größere Spinnen, Laufkäfer, räuberische Wanzen und kleine insektenfressende Vögel.
Konkurrenzarten
Andere Arten der Gattung Dicymbium sowie andere kleine Linyphiiden.
Ökosystemleistung
Beitrag zur biologischen Schädlingskontrolle in landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Flächen.
Bedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft, Einsatz von Pestiziden und Trockenlegung von Feuchtwiesen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Männchen besitzen eine charakteristische Kopfform mit zwei deutlichen Erhebungen (Loben), was den Namen 'Zweistirnig' erklärt. Im Gegensatz zur sehr ähnlichen Art Dicymbium tibiale ist die Tibia des ersten Beinpaares beim Männchen von D. nigrum nicht verdickt. Die Bestimmung der Weibchen erfolgt primär über die Struktur der Epigyne (Einführungsöffnungen).
Lebensraum
Vielfältige offene bis halboffene Lebensräume, darunter Wiesen, Weiden, Ruderalflächen, Waldränder und Hecken; oft in der Krautschicht oder Bodenstreu zu finden.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Prädator von Mikroarthropoden in der Bodenschicht; dient selbst als Nahrungsquelle für größere Spinnen, räuberische Käfer und insektenfressende Vögel.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft (insbesondere häufige Mahd und hoher Pestizideinsatz), großflächige Versiegelung von Offenland und Verlust von Saumstrukturen.
Bestandstrend
Stabil; die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet und in geeigneten Habitaten regelmäßig und häufig anzutreffen.