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Fisch

Gemeiner Sonnenbarsch

Lepomis gibbosus

RL LC

Der Gemeine Sonnenbarsch ist ein hochrückiger, seitlich stark abgeflachter Fisch mit einer auffälligen Färbung aus bläulichen und orangefarbenen Mustern. Er besitzt eine zusammenhängende Rückenflosse, deren vorderer Teil mit harten Stachelstrahlen versehen ist. Ein charakteristisches Merkmal ist der tiefschwarze Fleck auf dem Kiemendeckel, der bei dieser Art einen markanten roten Rand besitzt. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, wurde er in Europa eingebürgert und gilt dort vielerorts als invasive Art.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Scheibenförmiger Körper; kleiner Mund; roter Fleck am Hinterrand des Kiemendeckellappens; türkisfarbene, wellenförmige Linien auf den Wangen.

🐠

Sozialverhalten

Außerhalb der Fortpflanzungszeit in lockeren Gruppen; während der Laichzeit sind Männchen streng territorial und verteidigen ihre Nestreviere aggressiv.

🍽️

Ernährung

Opportunistischer Fleischfresser, der sich von Insektenlarven, kleinen Krebstieren, Schnecken, Egeln sowie Fischlaich und Jungfischen ernährt.

🎯

Jagdstrategie

Aktiver Sichtjäger, der Beute in der Ufervegetation oder am Gewässergrund aufspürt und einsaugt.

🥚

Laichsubstrat

Sandiger oder kiesiger Untergrund in flachen, sonnigen Uferbereichen.

❄️

Überwinterung

Zieht sich in tiefere, ruhigere Gewässerzonen zurück und reduziert die Stoffwechselaktivität erheblich.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Starker Prädator von Wirbellosen; Konkurrent für einheimische Fischarten (wie den Flussbarsch); kann durch Fraßdruck auf Laich lokale Fischpopulationen beeinträchtigen.

🦅

Natürliche Feinde

Hecht, Zander, Flussbarsch, Fischotter, Graureiher und Kormoran.

⚔️

Konkurrenzarten

Flussbarsch, Rotauge, Moderlieschen und andere kleine carnivore Fischarten.

🌟

Ökosystemleistung

In seiner Heimat Nordamerika ein wichtiger Teil der Nahrungskette und beliebtes Angelobjekt; in Europa überwiegend ökologisch problematisch.

⚠️

Bedrohungen

In Europa kaum bedroht; in der Heimat durch Lebensraumverlust und Gewässerverschmutzung.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Sonnenbarsche
Körperlänge
10 – 40 cm
Maximalgröße
40
Gewicht
0.1 – 0.63 kg
Maximalgewicht
0.63
Lebenserwartung
6 – 12 years
Körperform
Hochrückig, seitlich stark abgeflacht und fast kreisrund (diskusförmig).
Schuppenformel
35-47 (LL)
Flossenformel
D X-XI/10-12, A III/8-11, P 12-14, V I/5

Färbung

Sehr bunt; olivgrüner Rücken, Flanken mit blauen und orangefarbenen Flecken oder Wellenlinien, Bauch gelblich bis orange. Irisierende Glanzflecken.

Erkennungsmerkmale

Charakteristischer roter Fleck auf dem schwarzen operkularen Fortsatz (Ohrlappen). Kleiner Mund, dessen Mundwinkel nicht bis unter das Auge reicht. Lange, spitze Brustflossen.

Verwechslungsarten

Blauer Sonnenbarsch (Lepomis macrochirus - kein roter Fleck), Grüner Sonnenbarsch (Lepomis cyanellus - größerer Mund).

Geschlechtsdimorphismus

Männchen sind während der Laichzeit deutlich farbenprächtiger und besitzen einen größeren, intensiver gefärbten roten Fleck am Kiemendeckel.

Habitat & Lebensraum

Tiefenbereich
0.5 – 15 m
Temperaturbereich
4 – 32 °C
pH-Bereich
6 – 8.5 pH

Fischregion

Brachsenregion und stehende Gewässer (Neozoon).

Bevorzugte Zone

Litoralzone; flache, sonnendurchflutete Uferbereiche mit dichter Vegetation.

Strömungspräferenz

Limnophil; bevorzugt stehende oder sehr langsam fließende Gewässer.

Substratpräferenz

Sand, Kies oder Schlamm, meist in Verbindung mit Makrophyten.

Sauerstoffbedarf

Gering; sehr tolerant gegenüber niedrigen Sauerstoffkonzentrationen und hohen Temperaturen.

Migration

Migrationstyp
Standorttreu

Wanderverhalten

Standfisch; führt keine nennenswerten Wanderungen durch, besetzt zur Laichzeit Territorien.

Fortpflanzung

LaichzeitMai – Aug
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Laichtemperatur
18 – 24 °C
Eizahl
600 – 10000 eggs
Eigröße
0.8 – 1.2 mm
Brutdauer (Tage)
2 – 5 days
Geschlechtsreife (Jahre)
1 – 3 years

Laichsubstrat

Sand oder feiner Kies; Männchen graben flache Mulden (Nester).

Larvalphase

Nach dem Schlüpfen bleiben die Larven ca. 5-10 Tage im Nest und werden vom Männchen bewacht.

Brutpflege

Intensive Brutpflege durch das Männchen; bewacht das Nest gegen Räuber und fächelt den Eiern Frischwasser zu.

Ernährung

Aktivität
Tagaktiv

Ernährungstyp

Karnivor; Invertebratenfresser.

Nahrung Jungfische

Zooplankton, kleine Insektenlarven (z. B. Chironomiden).

Nahrung erwachsen

Insektenlarven, Weichtiere (Schnecken), kleine Krebstiere, Fischlaich und gelegentlich Jungfische.

Jagdstrategie

Aktives Absuchen des Substrats und der Vegetation; spezialisierter Schneckenfresser durch kräftige Schlundzähne.

Schwarmverhalten

Gesellig in kleinen Gruppen; Männchen während der Fortpflanzung streng territorial.

Ökologische Bedeutung

Saprobie-Wert
2.2

Rolle im Nahrungsnetz

Invasiver Mesoprädiktor; kann durch Prädation auf Laich und Konkurrenz um Wirbellose heimische Fischarten verdrängen.

Natürliche Feinde

Hecht, Flussbarsch, Zander, fischfressende Vögel (Kormoran, Graureiher).

Konkurrenten

Flussbarsch (Perca fluviatilis), Kaulbarsch, andere invasive Sonnenbarsche.

Parasiten

Wirt für diverse Trematoden, Nematoden und den parasitären Krebs Lernaea cyprinacea.

Bioindikator-Funktion

Indikator für anthropogen veränderte, nährstoffreiche und warme Stillgewässer; Zeigerart für biologische Invasionen.

Fischerei & Recht

Fischereiliche Regelung

In der EU als invasive Art von unionsweiter Bedeutung gelistet (Verordnung 1143/2014); Aussetzungsverbot, Entnahmegebot oft vorgeschrieben.

Schonzeit

Keine Schonzeit (invasive Art).

Wirtschaftliche Nutzung

Beliebter Aquarien- und Gartenteichfisch (Handel in der EU nun verboten); lokal als Köderfisch.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

In Europa keine (invasive Ausbreitung); im natürlichen Areal Habitatverlust durch Gewässerverbauung.

Bestandstrend

Zunehmend und ausbreitend in Europa.

Schutzmaßnahmen

Managementmaßnahmen zur Bestandsreduzierung und Verhinderung der weiteren Ausbreitung gemäß EU-Invasivenverordnung.

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