Bisamratte
Ondatra zibethicus
Die Bisamratte ist das größte Mitglied der Wühlmausfamilie und zeichnet sich durch ihren seitlich abgeplatteten Schwanz aus. Sie ist hervorragend an das Leben im Wasser angepasst und besiedelt verschiedene Still- und Fließgewässer. Bekannt ist sie für ihre Bautätigkeit, bei der sie entweder Erdbauten in Uferböschungen oder freistehende Burgen aus Pflanzenmaterial errichtet. In Europa gilt sie als invasive Art, da ihre Wühltätigkeit Hochwasserschutzanlagen wie Deiche massiv beschädigen kann.
Details
Erkennungsmerkmale
Seitlich abgeplatteter Schwanz; dichte, braune Unterwolle; Hinterfüße mit Schwimmborsten; gedrungener Körperbau mit kurzem Hals.
Sozialverhalten
Territorial während der Fortpflanzungszeit; lebt in Familiengruppen; nutzt Duftdrüsen zur Reviermarkierung.
Ernährung
Überwiegend pflanzlich (Wasserpflanzen, Schilf, Kräuter), gelegentlich tierische Kost wie Muscheln, Krebse oder Fische.
Jagdstrategie
Sammeln von Pflanzenmaterial; aktives Suchen nach Muscheln am Gewässergrund.
Überwinterung
Aktiv; nutzt Vorräte und schützt sich in isolierten Bauen oder Burgen vor extremen Temperaturen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Beeinflusst die Vegetationsstruktur in Feuchtgebieten; dient als Beute für Prädatoren; invasive Schadeffekte an Wasserbauwerken.
Natürliche Feinde
Mink, Rotfuchs, Uhu, Seeadler, Hecht (für Jungtiere).
Konkurrenzarten
Nutria, Wanderratte, Biber (teilweise Raum- oder Nahrungskonkurrenz).
Ökosystemleistung
Schaffung von Lichtungen in Röhrichtbeständen, was die Biodiversität lokal erhöhen kann.
Bedrohungen
Gezielte Bekämpfung durch den Menschen; Lebensraumverlust durch Flussverbauung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Seitlich stark abgeplatteter, fast nackter und beschuppter Schwanz; Hinterfüße deutlich größer als Vorderfüße und mit Schwimmborsten (keine echten Schwimmhäute) ausgestattet; Ohren fast völlig im Fell verborgen.
Lebensraum
Uferbereiche von Still- und Fließgewässern, Marschen, Sümpfe, Kanäle und Gräben; bevorzugt Gewässer mit reicher Ufervegetation und grabfähigen Böden für den Bau von Erdbauen.
Ernährung
Primär herbivor (Wasserpflanzen, Schilf, Rohrkolben, Feldfrüchte); opportunistisch werden auch tierische Proteine wie Muscheln (z. B. Teichmuscheln), Krebse und selten tote Fische verzehrt.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
In Europa nicht gefährdet; die Art unterliegt einem Management zur Bestandsreduzierung aufgrund ihres invasiven Status und der Schäden an der Infrastruktur.
Bestandstrend
Weit verbreitet und stabil, regional durch intensive Bekämpfungsmaßnahmen rückläufig.
Schutzmaßnahmen
Keine Schutzmaßnahmen; die Art ist auf der Liste der invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung (EU-Verordnung 1143/2014) gelistet.