Langstachliges Rädertier
Kellicottia longispina
Kellicottia longispina ist ein weit verbreitetes Süßwasser-Rädertier, das vor allem im Pelagial von Seen und Talsperren vorkommt. Es zeichnet sich durch einen schlanken, spindelförmigen Körper und extrem lange, unbewegliche Dornen aus, die der Verteidigung gegen Fressfeinde dienen. Die Art ist ein wichtiger Bestandteil des aquatischen Nahrungsnetzes und ernährt sich hauptsächlich filtrierend von Kleinstalgen und Detritus. Aufgrund seiner Morphologie ist es im Mikroskop leicht von anderen Rädertiergattungen zu unterscheiden.
Details
Erkennungsmerkmale
Besitzt einen vorderen medianen Dorn und einen hinteren Dorn, die beide fast so lang oder länger als der Körper sind; Panzer ist glatt und transparent.
Sozialverhalten
Lebt solitär im Pelagial, kann aber bei günstigen Bedingungen Massenentwicklungen bilden.
Ernährung
Ernährt sich von feinem organischen Material, Bakterien und kleinen Phytoplanktern (z.B. Goldalgen).
Jagdstrategie
Passiver Filtrierer, der durch Wimpernschläge einen Wasserstrom zum Mund erzeugt.
Laichsubstrat
Eier werden meist am Körper getragen oder ins freie Wasser abgegeben.
Überwinterung
Überwintert entweder als aktive Form im tiefen, kalten Wasser oder durch die Bildung von Dauereiern.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärkonsument, der Energie von Kleinstpartikeln auf höhere trophische Ebenen wie Jungfische überträgt.
Natürliche Feinde
Räuberisches Zooplankton (z.B. Asplanchna, Cyclopiden) und planktivore Fische.
Konkurrenzarten
Andere Rädertiere der Gattung Keratella sowie kleine Cladoceren.
Ökosystemleistung
Trägt zur Wasserklärung durch Filtration von Schwebstoffen bei.
Bedrohungen
Gewässereutrophierung, invasive Arten und drastische Änderungen des Temperaturregimes.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Besitzt sechs ungleich lange Vorderstachel (der mittlere ist fast so lang wie der Körper) und einen einzelnen, sehr langen Hinterstachel. Die Gesamtlänge wird maßgeblich durch diese Stacheln bestimmt, was als Schutz gegen Fraßfeinde (Cyclopiden) dient.
Fortpflanzung
Überwiegend heterogon; meist parthenogenetische Vermehrung durch amiktische Weibchen. Männchen treten nur unter Stressbedingungen kurzzeitig auf.
Rolle im Nahrungsnetz
Primärkonsument; fungiert als Transformator von mikrobieller Biomasse und Nanoplankton für höhere trophische Ebenen.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Anthropogene Eutrophierung, chemische Belastung der Gewässer und Klimawandel (Veränderung der thermischen Schichtung).