Zunderschwamm
Fomes fomentarius
Der Zunderschwamm ist ein weit verbreiteter, mehrjähriger Porling, der als Schwächeparasit oder Saprobiont an Laubbäumen wächst. Sein Fruchtkörper ist huf- oder konsolenförmig und besitzt eine harte, graue Kruste mit deutlichen Zuwachszonen. Er spielt eine zentrale Rolle im Waldökosystem durch den Abbau von Lignin und Zellulose, was zur Entstehung von Weißfäule führt. Historisch ist er besonders für seine Verwendung als Zunder zur Feuererzeugung und seine blutstillenden Eigenschaften bekannt.

Details
Erkennungsmerkmale
Huf- oder konsolenförmiger Fruchtkörper, graue bis schwarzgraue Oberseite mit harter Kruste, zimtbraune Trama (Fruchtfleisch), sehr feine Poren auf der Unterseite (3-4 pro mm).
Ernährung
Ernährt sich als Saprobiont oder Parasit von Holzbestandteilen, wobei er Lignin abbaut und Weißfäule verursacht.
Laichsubstrat
Stämme und dicke Äste von Laubbäumen, insbesondere Rotbuche (Fagus sylvatica) und Birke (Betula).
Überwinterung
Der mehrjährige Fruchtkörper überdauert Frostperioden und setzt bei günstiger Witterung die Sporenproduktion fort.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärzersetzer von Totholz und Habitatbildner; die Fruchtkörper bieten Lebensraum für hunderte Insektenarten.
Natürliche Feinde
Mycetophage Insektenlarven, insbesondere der Zunderschwamm-Schwarzkäfer (Bolitophagus reticulatus).
Konkurrenzarten
Andere holzzersetzende Pilze wie der Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) oder der Birkenporling (Fomitopsis betulina).
Ökosystemleistung
Nährstoffkreislauf im Wald, Bereitstellung von Mikrohabitaten für Insekten und Brutraum für Höhlenbrüter nach Vorarbeit durch Spechte.
Bedrohungen
Intensive Forstwirtschaft, bei der Alt- und Totholz systematisch entnommen wird.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristische Hufform; die Kruste schmilzt unter Hitzeeinwirkung (Mykofaktum-Test); zimtbraune Trama; keine rötliche Färbung bei Kontakt mit KOH (Unterschied zu Phellinus).
Lebensraum
Laub- und Mischwälder, insbesondere Buchenwälder; Parks und Alleen mit altem Baumbestand.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung über Basidiosporen; die Sporenfreisetzung ist temperatur- und feuchtigkeitsabhängig.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensive Forstwirtschaft, die zur Entnahme von Biotopholz und zum Verlust von Altholzinseln führt.
Schutzmaßnahmen
Förderung von Totholzkonzepten; Erhalt von Habitatbäumen; Prozessschutz in Kernzonen von Nationalparks.