Gemeiner Fischegel
Piscicola geometra
Der Gemeine Fischegel ist ein schlanker, zylindrischer Egel, der als Ektoparasit an verschiedenen Süßwasserfischen lebt. Er erreicht eine Länge von etwa 2 bis 5 Zentimetern und besitzt einen auffällig großen hinteren Saugnapf, der breiter als der restliche Körper ist. Die Färbung ist meist grünlich oder bräunlich mit einer charakteristischen hellen, netzartigen Zeichnung auf dem Rücken. Er bevorzugt sauerstoffreiche, stehende oder langsam fließende Gewässer und ist ein geschickter Schwimmer.

Details
Erkennungsmerkmale
Zylindrischer Körper, sehr großer hinterer Saugnapf, zwei Augenpaare auf dem vorderen Saugnapf, netzartige Pigmentierung.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; kommt nur zur Fortpflanzung mit Artgenossen in Kontakt.
Ernährung
Ernährt sich ausschließlich vom Blut von Süßwasserfischen wie Karpfen, Barben oder Hechten.
Jagdstrategie
Lauert an Wasserpflanzen (Ansitzjäger), heftet sich bei Kontakt an vorbeischwimmende Fische.
Laichsubstrat
Feste Substrate wie Steine, Wasserpflanzen oder Holz für die Ablage von Kokons.
Überwinterung
Überwintert im Sediment oder bleibt an Wirten in tieferen, frostfreien Gewässerzonen aktiv.
Ökologie
Ökologische Rolle
Ektoparasit, der zur natürlichen Regulation von Fischpopulationen beiträgt; Zwischenwirt für Blutparasiten.
Natürliche Feinde
Räuberische Fische, Libellenlarven und andere fleischfressende Wirbellose.
Konkurrenzarten
Andere Fischparasiten wie Karpfenläuse (Argulus) oder andere Egelarten.
Ökosystemleistung
Teil des aquatischen Nahrungsnetzes und Beitrag zur Artenvielfalt.
Bedrohungen
Eutrophierung der Gewässer, Sauerstoffzehrung und chemische Schadstoffe.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Wichtigstes Merkmal sind die zwei großen, kreisförmigen Saugnäpfe. Der hintere Saugnapf ist deutlich breiter als die maximale Körperbreite und dient der festen Verankerung am Substrat oder Wirt. Am vorderen Saugnapf befinden sich zwei Paare von Augen. Die rhythmische, schlängelnde Schwimmweise ist ebenfalls kennzeichnend.
Ernährung
Blut von verschiedenen Süßwasserfischen, darunter Cypriniden (Karpfenartige), Perciden (Barschartige) und Salmoniden (Forellenartige).
Fortpflanzung
Zwitter (Hermaphroditen) mit gegenseitiger Befruchtung. Die Eiablage erfolgt in kleinen, ovalen, bräunlichen Kokons (ca. 1-2 mm), die an Hartsubstraten befestigt werden. Die Entwicklung verläuft direkt ohne Larvenstadium.
Rolle im Nahrungsnetz
Primär als Parasit tätig; kann bei Massenbefall die Wirtsfische schwächen und Eintrittspforten für Pilz- oder Bakterieninfektionen schaffen. Dient selbst als Beute für größere Invertebraten.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Starke Gewässerverschmutzung, chemische Belastung (Pestizide), Verlust von geeigneten Laichsubstraten für Wirtsfische und Zerstörung der Ufervegetation.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Renaturierung von Fließgewässern, Erhalt der natürlichen Fischfauna und Förderung einer vielfältigen Ufervegetation.