Nadelkieselalge
Fragilaria acus
Die Nadelkieselalge ist eine weit verbreitete Kieselalge, die sich durch ihre extrem langen, schmalen und nadelartigen Zellen auszeichnet. Sie kommt sowohl im Plankton als auch im Benthos von Binnengewässern vor. Ihre Zellwände bestehen aus Siliziumdioxid und zeigen feine Streifenmuster unter dem Mikroskop. Diese Algenart spielt eine wichtige Rolle als Primärproduzent in aquatischen Ökosystemen.
Details
Sauerstoffproduktion
Hoch; produziert Sauerstoff als Nebenprodukt der Photosynthese.
Habitatfunktion
Bietet Nahrungsgrundlage im Freiwasserbereich (Pelagial).
Nährstoffaufnahme
Nimmt gelöste Silikate, Nitrate und Phosphate aus dem Wasser auf.
Nahrungsquelle für
Zooplankton, Rädertierchen und filtrierende Organismen.
Nutzung durch Menschen
Wissenschaftliche Nutzung in der Paläolimnologie zur Rekonstruktion früherer Umweltbedingungen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärproduzent; Basis des aquatischen Nahrungsnetzes; trägt zur Sauerstoffanreicherung bei.
Natürliche Feinde
Zooplankton (z.B. Daphnien), herbivore Einzeller und kleine Fischlarven.
Konkurrenzarten
Andere Phytoplankton-Arten wie Grünalgen oder andere Kieselalgen (z.B. Asterionella).
Ökosystemleistung
Sauerstoffproduktion und Kohlenstoffdioxid-Fixierung im Gewässer.
Bedrohungen
Gewässerverschmutzung, übermäßige Herbizideinträge und extreme Klimaveränderungen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Besitzt eine Kieselschale (Frustel) bestehend aus Epitheka und Hypotheka. Charakteristisch ist die feine Streifung (Transapikalstreifen, ca. 12-18 in 10 µm) und eine deutliche, oft rechteckige zentrale Area. Taxonomisch oft als Ulnaria acus geführt.
Fortpflanzung
Asexuelle Vermehrung durch Zellteilung, wobei die Schalengröße sukzessive abnimmt. Sexuelle Reproduktion via Auxosporenbildung zur Wiederherstellung der ursprünglichen Zellgröße.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Starke Eutrophierung (Verschiebung zu Cyanobakterien), chemische Herbizideinträge und extreme Versauerung der Gewässer.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Wiederherstellung einer natürlichen Gewässergüte; Reduktion diffuser Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft.