Weiden-Sandbiene
Andrena vaga
Die Weiden-Sandbiene ist eine der auffälligsten solitären Wildbienenarten des zeitigen Frühjahrs. Sie zeichnet sich durch eine dichte, weißgraue Behaarung am Thorax und einen glänzend schwarzen Hinterleib aus. Die Art nistet bevorzugt in selbstgegrabenen Gängen in sandigen oder lockeren Böden, oft in großen Kolonien. Sie ist streng oligolektisch und sammelt Pollen ausschließlich an Weiden (Salix-Arten).

Details
Erkennungsmerkmale
Hellgraue Behaarung auf dem Thorax, schwarzer glänzender Hinterleib, schwarze Endfranse beim Weibchen.
Sozialverhalten
Solitär, bildet aber oft große Nistaggregationen (Kolonien) mit hunderten von Nestern.
Ernährung
Streng spezialisiert auf Pollen von Weiden (Salix-Arten).
Laichsubstrat
Offene, sandige oder schwach bewachsene Bodenstellen.
Überwinterung
Überwintert als fertiges Insekt (Imago) in der unterirdischen Nestzelle.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber von Weidengewächsen im zeitigen Frühjahr.
Natürliche Feinde
Kuckucksbienen (z.B. Nomada lathburiana), Ölkäfer, Vögel und Spinnen.
Konkurrenzarten
Andere Weiden-spezialisierte Sandbienen wie Andrena mitis oder Andrena nycthemera.
Ökosystemleistung
Bestäubung von Wild- und Kulturweiden.
Bedrohungen
Verlust von Sandlebensräumen, Flussverbauung und Entfernung von Weidengebüschen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Große Sandbiene (13-15 mm). Der Thorax ist gleichmäßig weißgrau behaart ohne schwarze Querbinde (Abgrenzung zu A. cineraria). Die Art ist streng oligoletisch auf Salix spezialisiert. Männchen haben auffällig lange, säbelförmige Mandibeln und ein hell behaartes Gesicht.
Lebensraum
Flussauen, Sandgruben, Waldränder, Binnendünen, Parks und Gärten mit Vorkommen von Weiden.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Weidengebüschen durch Gewässerausbau; Versiegelung von Nistflächen; intensive Mahd von Deichen; Pestizideinsatz in der Landwirtschaft.
Bestandstrend
Stabil; in Deutschland aktuell als ungefährdet eingestuft (Rote Liste 2011/2024), profitiert regional von Flussrenaturierungen.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Förderung heimischer Weidenarten; Schutz von offenen Sandflächen und Uferbereichen; Verzicht auf Bodenversiegelung in bekannten Koloniebereichen.