Gebirgs-Weberknecht
Mitopus morio
Der Gebirgs-Weberknecht, auch Bergweberknecht genannt, ist eine Art aus der Familie der Phalangiidae. Er besiedelt eine Vielzahl von Lebensräumen, von Wäldern und Gärten bis hin zu alpinen Matten und Schutthalden oberhalb der Baumgrenze. Die Art ist für ihre enorme Variabilität in Färbung und Beinlänge bekannt, die oft von der Höhenlage des Habitats abhängt.

Details
Erkennungsmerkmale
Charakteristische dunkle Sattelzeichnung auf dem Hinterleib, die oft hell eingefasst ist; sehr lange Beine (besonders das zweite Paar); Augenhügel mit kleinen Dornen versehen.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, zeigt jedoch keine ausgeprägte Aggression gegenüber Artgenossen außerhalb der Paarungszeit.
Ernährung
Opportunistischer Allesfresser, der sich von kleinen Insekten, Milben, toten Gliedertieren sowie gelegentlich von Pilzen und Pflanzensäften ernährt.
Jagdstrategie
Aktives Suchen und Ergreifen von Beute mit den Pedipalpen; nutzt auch Aas.
Laichsubstrat
Eier werden in feuchte Erde, Moos oder unter Rinde abgelegt.
Überwinterung
Die Art überwintert in der Regel im Eistadium im Boden oder in geschützten Moosschichten.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator im Mikro-Ökosystem des Bodens und der Krautschicht; trägt zur Zersetzung organischer Stoffe bei.
Natürliche Feinde
Vögel, kleine Säugetiere (Spitzmäuse), Amphibien und größere Raubspinnen.
Konkurrenzarten
Andere Weberknecht-Arten wie Phalangium opilio oder Leiobunum-Arten.
Ökosystemleistung
Natürliche Schädlingskontrolle durch das Fressen von Blattläusen und anderen kleinen Insekten.
Bedrohungen
Lokal durch intensive Landwirtschaft und Lebensraumverlust, insgesamt jedoch nicht gefährdet.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Lange, dünne Beine mit dunklen Ringen. Das Ocularium (Augenhügel) trägt zwei Reihen kleiner Dornen. Im Gegensatz zur Gattung Oligolophus fehlt der Trident (Drei-Zacken-Gruppe) am Vorderrand des Carapax. Die Beine sind im Querschnitt rundlich bis leicht kantig.
Lebensraum
Eurytop und extrem anpassungsfähig; besiedelt Wälder, Moore, Heiden, Gärten und alpine Matten bis über 3000 m ü. NN. Eine der am weitesten verbreiteten Arten in Europa.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Prädator von Agrarschädlingen und Destruent im Ökosystem; dient als Beute für Vögel, Amphibien und räuberische Insekten.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Derzeit keine signifikanten Gefährdungen bekannt; die Art gilt als sehr häufig und nicht gefährdet (Rote Liste Deutschland: Ungefährdet).
Bestandstrend
Stabil; weit verbreitet in der gesamten Paläarktis.