Große Schlammschnecke
Lymnaea stagnalis
Die Große Schlammschnecke ist die größte einheimische Süßwasserschnecke und erreicht Gehäuselängen von bis zu 7 Zentimetern. Ihr Gehäuse ist rechtsgewunden, dünnwandig und läuft in einer sehr spitzen Spira aus. Sie bewohnt stehende oder langsam fließende Gewässer mit reichem Pflanzenwuchs und ist ein Lungenatmer, der regelmäßig zum Luftholen an die Oberfläche kommt. Die Färbung des Gehäuses variiert von hellbraun bis fast schwarz, während der Körper meist gräulich oder gelblich erscheint.
Details
Erkennungsmerkmale
Spitz zulaufendes, rechtsgewundenes Gehäuse mit 4,5 bis 6 Windungen; große, flache, dreieckige Fühler; Gehäusemündung ist hoch-oval.
Sozialverhalten
Überwiegend einzelgängerisch, zeigt jedoch komplexes Paarungsverhalten als Zwitter und kann einfache Lernvorgänge assoziieren.
Ernährung
Allesfresser: Ernährt sich von Algenaufwuchs, Wasserpflanzen, Detritus, Aas und gelegentlich kleinen Wirbellosen wie Insektenlarven.
Jagdstrategie
Weidend: Raspelt mit der Radula (Reibezunge) Nahrung von Oberflächen ab.
Laichsubstrat
Gallertartige Eischnüre werden an Wasserpflanzen, Steinen oder Aquarienscheiben angeheftet.
Überwinterung
Überwinterung im Sediment oder tiefen Wasserbereichen, wobei der Stoffwechsel stark reduziert wird.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Destruent im Ökosystem; dient als Zwischenwirt für Saugwürmer (Trematoden) und als Nahrungsquelle für Räuber.
Natürliche Feinde
Fische (z.B. Schleie, Karpfen), Wasservögel, Enten, Bisamratten, räuberische Insektenlarven und Egel.
Konkurrenzarten
Andere große Süßwasserschnecken wie die Posthornschnecke (Planorbarius corneus).
Ökosystemleistung
Regulierung des Algenwachstums und Abbau von organischem Material (Biomasse-Recycling).
Bedrohungen
Eutrophierung, Zerstörung von Ufervegetation, Einsatz von Molluskiziden und Austrocknung von Kleingewässern.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Größte einheimische Süßwasserschnecke; Gehäusemündung ist meist höher als das Gewinde; charakteristische dreieckige Fühler (Unterschied zu Physidae mit fadenförmigen Fühlern); Gehäuse rechtsgewunden.
Fortpflanzung
Zwitter (hermaphroditisch) mit wechselseitiger Befruchtung; Eiablage in gallertartigen, bis zu 6 cm langen Schnüren an Wasserpflanzen oder Steinen.