Ufer-Pyjamaspinne
Hypsosinga heri
Die Ufer-Pyjamaspinne ist eine kleine Vertreterin der Radnetzspinnen, die durch ihre markante Zeichnung aus hellen Längsstreifen auf dunklem, glänzendem Grund auffällt. Sie besiedelt bevorzugt sonnige, feuchte Lebensräume wie Röhrichte, Seggenriede und Verlandungszonen von Gewässern. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet, aber aufgrund schwindender Lebensräume vielerorts selten geworden.

Details
Erkennungsmerkmale
Drei gelblich-weiße Längsstreifen auf dem dunklen Hinterleib; glänzender Vorderkörper; Beine gelblich bis rötlich-braun.
Sozialverhalten
Überwiegend einzelgängerisch; Netze werden oft in räumlicher Nähe zueinander in geeigneter Vegetation angelegt.
Ernährung
Ernährt sich von kleinen fliegenden Insekten wie Mücken, Blattläusen und kleinen Fliegen.
Jagdstrategie
Bau kleiner, vertikaler Radnetze in der Krautschicht, meist knapp über dem Wasserspiegel oder dem Boden.
Überwinterung
Überwinterung erfolgt meist als Jungspinne oder subadultes Tier in der Bodenstreu oder in hohlen Pflanzenstängeln.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator für Kleininsekten in Uferzonen; dient selbst als Beute für Vögel, Libellen und Amphibien.
Natürliche Feinde
Insektenfressende Vögel (z.B. Rohrsänger), Raubwanzen, Schlupfwespen und größere Spinnenarten.
Konkurrenzarten
Andere Arten der Gattung Hypsosinga sowie kleine Vertreter der Gattung Tetragnatha (Streckspinnen).
Ökosystemleistung
Natürliche Schädlingskontrolle durch den Verzehr von Mücken und anderen Insekten.
Bedrohungen
Verlust von Feuchtgebieten durch Entwässerung, intensive Ufernutzung, Schilfmahd und Klimawandel.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Hypsosinga heri ist eine kleine Radnetzspinne. Charakteristisch ist das gestreifte Opisthosoma und die Bindung an Schilfbestände. Im Vergleich zu verwandten Arten der Gattung Hypsosinga ist die Zeichnung oft kontrastreicher und die ökologische Nische spezifischer (hygrophil).
Lebensraum
Stark spezialisiert auf feuchte bis nasse Lebensräume, insbesondere Schilfröhrichte (Phragmitetum), Seggenriede und Verlandungszonen stehender oder langsam fließender Gewässer.
Rolle im Nahrungsnetz
Prädator von Kleininsekten; dient selbst als Nahrung für Vögel (z.B. Rohrsänger) und räuberische Insekten.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Verlust von Feuchtgebieten, Entwässerungsmaßnahmen, intensive Mahd von Schilfbeständen, Uferverbauung und Klimawandel (Austrocknung von Habitaten).
Bestandstrend
In vielen Regionen Mitteleuropas rückläufig aufgrund von Habitatverlust; oft auf der Roten Liste als 'gefährdet' oder 'stark gefährdet' geführt (z.B. Rote Liste Deutschland: Kategorie 3).