Gelbrand-Glanzkäfer
Cyllodes ater
Der Gelbrand-Glanzkäfer ist ein etwa 3,5 bis 5 mm großer, stark gewölbter Käfer mit einer tiefschwarzen, glänzenden Oberfläche. Auffällig sind die oft gelblich oder rötlich aufgehellten Ränder des Halsschildes und der Flügeldecken, die ihm seinen Namen geben. Die Art gehört zur Familie der Glanzkäfer (Nitidulidae) und ist ökologisch eng an das Vorkommen von Seitlingen (Pleurotus) gebunden. Er besiedelt vor allem feuchte Laubwälder mit einem hohen Anteil an Totholz.

Details
Erkennungsmerkmale
Halbkugelige, hochgewölbte Körperform; tiefschwarz glänzend; Halsschild- und Flügeldeckenränder oft gelblich-transparent; Fühler mit deutlicher Keule.
Sozialverhalten
Oft in kleinen Gruppen an den Wirtspilzen anzutreffen, ansonsten weitgehend solitär.
Ernährung
Mycetophag; sowohl Larven als auch Imagines ernähren sich vom Myzel und den Fruchtkörpern von Pilzen.
Laichsubstrat
Fruchtkörper von Baumpilzen, insbesondere Seitlinge (Pleurotus).
Überwinterung
Überwinterung als Imago in der Bodenstreu oder unter loser Rinde.
Ökologie
Ökologische Rolle
Teil der saproxylophagen Gemeinschaft; trägt zum Abbau von Pilzfruchtkörpern in Waldökosystemen bei.
Natürliche Feinde
Insektenfressende Vögel, Raubwanzen, räuberische Käfer (z.B. Kurzflügler) und Spinnen.
Konkurrenzarten
Andere mycetophage Käferarten wie Vertreter der Familie Erotylidae (Pilzkäfer).
Ökosystemleistung
Unterstützung des Stoffkreislaufs durch Zersetzung von Pilzbiomasse.
Bedrohungen
Intensive Forstwirtschaft, die zur Entnahme von Totholz und dem Verlust von Wirtspilzen führt.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Körper fast halbkugelig gewölbt und unbehaart. Die Fühler besitzen eine markante, dreigliedrige Keule. Charakteristisch sind die stark verbreiterten Schienen (Tibien) der Beine. Die Art unterscheidet sich von verwandten Gattungen durch die Kombination aus glatter Oberfläche und spezifischer Randfärbung.
Lebensraum
Urwaldnahe Laubmischwälder, insbesondere alte Buchenwälder mit hohem Totholzanteil. Die Art ist obligat an Pilze der Gattung Pleurotus (Austernseitlinge, z. B. P. ostreatus und P. cornucopiae) gebunden, die an geschwächten oder toten Laubbäumen wachsen.
Ernährung
Mycetophag (pilzfressend); sowohl Larven als auch Imagines ernähren sich spezialisiert von Pilzen der Gattung Pleurotus.
Rolle im Nahrungsnetz
Primärkonsument (Mycetophag); dient als Beute für räuberische Käfer (z. B. Staphylinidae) und insektenfressende Vögel.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Intensive Forstwirtschaft, die zur Entnahme von Altholz und Totholz führt; Verlust von Habitatbäumen mit Pilzbefall; Fragmentierung naturnaher Wälder.
Bestandstrend
In Deutschland regional auf der Roten Liste (z. B. Bayern: RL 3 - gefährdet) oder der Vorwarnliste geführt; Bestände sind stark von der Verfügbarkeit geeigneter Pilzsubstrate abhängig.
Schutzmaßnahmen
Erhalt von Alt- und Totholz (insbesondere Buche); Schutz von Bäumen mit Austernseitlingsbefall; Förderung von Prozessschutz in Waldreservaten.