Samtfußrübling
Flammulina velutipes
Der Samtfußrübling ist ein saprobiontisch oder schwach parasitär lebender Pilz, der vor allem in der kalten Jahreszeit an totem oder geschwächtem Laubholz erscheint. Er ist bekannt für seine Frostresistenz, wobei er sein Wachstum bei Minusgraden unterbricht und bei Tauwetter fortsetzt. Charakteristisch sind der honiggelbe, schleimige Hut und der namensgebende, samtig-dunkelbraune Stiel. In Ostasien wird er unter dem Namen Enokitake kultiviert und geschätzt.

Details
Erkennungsmerkmale
Hut 2-10 cm, honiggelb bis orangebraun, bei Feuchtigkeit schleimig; Lamellen weiß bis blassgelb; Stiel zäh, oben gelblich, zur Basis hin dunkelbraun bis schwarz und samtig behaart; weißes Sporenpulver.
Ernährung
Zersetzt Lignin und Cellulose in Laubholz (Weißfäuleerreger); bevorzugt Weiden, Pappeln, Eschen und Buchen.
Überwinterung
Produktion von Frostschutzproteinen und Zuckeralkoholen, die das Zellgewebe vor Eiskristallen schützen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Destruent im Waldökosystem; trägt wesentlich zum Nährstoffkreislauf bei, indem er Totholz abbaut.
Natürliche Feinde
Pilzmückenlarven, Schnecken.
Konkurrenzarten
Andere holzzersetzende Pilze wie der Austernseitling (Pleurotus ostreatus).
Ökosystemleistung
Stoffkreislauf (Humusbildung), Bereitstellung von Nahrung für Insekten im Winter.
Bedrohungen
Intensive Forstwirtschaft (Mangel an Totholz).
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristischer samtiger, dunkler Stiel; winterliche Erscheinungszeit (Frostresistenz durch Frostschutzproteine); weißes Sporenpulver; büscheliges Wachstum an Laubholz.
Lebensraum
Auenwälder, Bachufer, Parkanlagen, Gärten und Waldränder; bevorzugt feuchte Standorte mit verfügbarem Laubholz.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung über Basidiosporen; asexuelle Vermehrung durch die Bildung von Oidien (Arthrosporen) am Myzel möglich.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Intensive Forstwirtschaft (Entnahme von Totholz), Entwässerung von Auenstandorten und Verlust von Altholzbeständen.
Schutzmaßnahmen
Förderung von Totholzkonzepten in der Forstwirtschaft; Schutz und Renaturierung von Weichholzauen und feuchten Laubmischwäldern.