Zitronenfalter
Gonepteryx rhamni
Der Zitronenfalter ist ein markanter Tagfalter, der vor allem durch die leuchtend gelbe Färbung der Männchen auffällt. Er gehört zur Familie der Weißlinge und ist einer der ersten Schmetterlinge, die im Vorfrühling aktiv werden. Seine Flügel weisen eine charakteristische Blattmimikry auf, die ihn im Ruhezustand perfekt tarnt. Mit einer Lebensdauer von bis zu zwölf Monaten gilt er als der langlebigste Tagfalter Europas.

Details
Erkennungsmerkmale
Flügelspitzen hakenförmig zugespitzt, orangefarbene Punkte auf den Flügelmitten, Männchen zitronengelb, Weibchen blassgrün.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; Interaktionen beschränken sich weitgehend auf die Partnerfindung während der Paarungszeit.
Ernährung
Falter nutzen Nektar von Disteln, Flieder und anderen Blütenpflanzen. Raupen sind oligophag an Kreuzdorngewächsen.
Laichsubstrat
Blätter und Knospen von Faulbaum (Frangula alnus) oder Kreuzdorn (Rhamnus cathartica).
Überwinterung
Überwinterung als erwachsener Falter (Imago) im Freien, geschützt durch körpereigenes Glycerin als Frostschutzmittel.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber für eine Vielzahl von Wildpflanzen und Beutetier für insektenfressende Vögel.
Natürliche Feinde
Insektenfressende Vögel (z. B. Meisen), Spinnen und räuberische Insekten.
Konkurrenzarten
Andere Tagfalter mit ähnlichem Nektarspektrum, jedoch geringe direkte Konkurrenz.
Ökosystemleistung
Bestäubung von Blütenpflanzen in Wäldern, Gärten und Offenlandschaften.
Bedrohungen
Verlust von Waldrandhabitaten, Intensivierung der Landwirtschaft und Rückgang der Wirtspflanze Faulbaum.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Einzigartige blattähnliche Flügelform mit zugespitzten Ecken (Apex) und deutlich hervortretenden Adern, die der Tarnung dienen (Mimese). Der Zitronenfalter ist der einzige heimische Tagfalter, der als Imago völlig ungeschützt im Freien (z. B. an Brombeerranken oder Efeu) überwintert und Temperaturen bis -20 °C übersteht.
Lebensraum
Waldränder, Lichtungen, Gebüsche, sonnige Waldwege, aber auch Gärten, Parks und Feuchtgebiete mit Vorkommen der Wirtspflanzen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Saumstrukturen und Waldrändern; Entfernung von Faulbaum und Kreuzdorn im Zuge forstwirtschaftlicher Maßnahmen; Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft.
Bestandstrend
Derzeit weit verbreitet und stabil, jedoch lokale Rückgänge in intensiv genutzten Agrarlandschaften ohne Heckenstrukturen.
Schutzmaßnahmen
Förderung und Erhalt von Faulbaum (Frangula alnus) in Wäldern und Gärten; Schutz strukturreicher Waldränder; Verzicht auf Pestizide in der Nähe von Larvalhabitaten.