Land-Reitgras
Calamagrostis epigejos
Das Land-Reitgras ist ein ausdauerndes, robustes Gras, das durch seine weitreichenden, unterirdischen Ausläufer dichte Bestände bildet. Es besiedelt eine Vielzahl von Standorten, von Kahlschlägen und Waldrändern bis hin zu Binnendünen und Uferzonen. Die Pflanze ist bekannt für ihre hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit und Nährstoffarmut, profitiert aber stark von Stickstoffeinträgen. In vielen Ökosystemen gilt es als Pionierart, kann aber durch seine Dominanz die natürliche Verjüngung von Wäldern behindern.

Details
Habitatfunktion
Dient als Deckung für Wildtiere und als Eiablageplatz für Schmetterlinge wie den Braunkolbigen Dickkopffalter.
Nährstoffaufnahme
Sehr effiziente Aufnahme von Stickstoff und Phosphor aus dem Boden.
Nahrungsquelle für
Raupenfutterpflanze für verschiedene Falterarten (z.B. Thymelicus lineola, Hipparchia semele).
Nutzung durch Menschen
Früher zur Dachdeckung und als Stallstreu; heute gelegentlich zur Befestigung von Böschungen oder als Ziergras in naturnahen Gärten.
Ökologie
Ökologische Rolle
Pionierart auf gestörten Flächen; trägt zur Bodenfestigung bei; kann durch dichte Filzbildung die Keimung anderer Arten unterdrücken.
Natürliche Feinde
Weidetiere (nur junge Triebe), verschiedene Insektenlarven.
Konkurrenzarten
Andere konkurrenzstarke Gräser wie das Land-Segge oder Adlerfarn; verdrängt oft konkurrenzschwache Kräuter.
Ökosystemleistung
Erosionsschutz an Hängen und Dünen; Kohlenstoffspeicherung im Boden durch Rhizomsystem.
Bedrohungen
Keine Gefährdung bekannt; die Art breitet sich durch Eutrophierung und Landnutzungsänderungen eher aus.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Überwiegend vegetativ durch Rhizomwachstum; generativ durch windbestäubte Samen, die durch Wind und Wasser verbreitet werden.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Keine Gefährdung; gilt in vielen Naturschutzgebieten als Problemart, da sie durch invasive Ausbreitung die Biodiversität senkt.