Zinnoberroter Pustelpilz
Nectria cinnabarina
Der Zinnoberrote Pustelpilz ist ein weit verbreiteter Schlauchpilz, der durch seine auffälligen, zinnoberroten bis orangefarbenen Fruchtkörper erkennbar ist. Er besiedelt als Saprobiont totes Holz, tritt jedoch auch als Schwächeparasit an lebenden Laubbäumen auf, wobei er das Absterben von Zweigen verursachen kann. Der Pilz zeigt einen charakteristischen Generationswechsel zwischen einer hellroten Nebenfruchtform und einer dunkelroten, warzigen Hauptfruchtform.

Details
Erkennungsmerkmale
Zinnoberrote, polsterförmige Fruchtkörper (1-4 mm) auf der Rinde von Laubhölzern; Nebenfruchtform (Tubercularia vulgaris) ist glatt und hellrot; Hauptfruchtform ist dunkelrot, rau und warzig gruppiert.
Ernährung
Ernährt sich saprobiontisch durch den Abbau von Lignin und Cellulose in totem Laubholz oder parasitisch von geschwächtem Pflanzengewebe.
Überwinterung
Überwintert als Myzel im Holz oder in Form von Fruchtkörpern (Perithecien).
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärzersetzer von Totholz in Waldökosystemen; trägt zur Humusbildung und zum Nährstoffkreislauf bei.
Natürliche Feinde
Verschiedene pilzfressende Insektenlarven, Milben und Schnecken.
Konkurrenzarten
Andere holzzersetzende Pilze wie das Eckige Buchen-Eckenscheibchen.
Ökosystemleistung
Beschleunigung des Holzabbaus und Bereitstellung von Nährstoffen für den Boden.
Bedrohungen
Keine wesentlichen Bedrohungen bekannt, da die Art sehr anpassungsfähig und weit verbreitet ist.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch ist das gleichzeitige oder aufeinanderfolgende Auftreten von rosa Kissen (Anamorph) und roten Pusteln (Teleomorph) auf Laubholz. Mikroskopisch sind die Ascosporen elliptisch, zweizellig (einmal septiert) und messen etwa 12-20 x 4-6 µm. Die Konidien der Nebenfruchtform sind einzellig, hyalin und ellipsoid (5-7 x 2 µm).
Lebensraum
Laubmischwälder, Parks, Gärten, Alleen und Hecken; ubiquitär in der gemäßigten Zone verbreitet.
Fortpflanzung
Asexuelle Vermehrung durch Konidien (Wind- und Regenverbreitung) und sexuelle Vermehrung durch Ascosporen, die in Schläuchen (Asci) innerhalb der Perithecien gebildet werden.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Keine Bedrohungen bekannt; die Art ist sehr häufig und weit verbreitet.
Schutzmaßnahmen
Keine Schutzmaßnahmen erforderlich; in forstwirtschaftlichen Kontexten wird eher die Entfernung befallener Zweige zur Infektionsminderung empfohlen.