Glaskrebs
Leptodora kindtii
Leptodora kindtii ist der größte einheimische Wasserfloh und bewohnt das Pelagial großer, fischreicher Seen. Sein Körper ist nahezu vollständig transparent, was ihn für Fressfeinde im offenen Wasser fast unsichtbar macht. Er ernährt sich räuberisch von anderem Zooplankton, das er mit einem speziellen Fangkorb aus Gliedmaßen ergreift.

Details
Erkennungsmerkmale
Völlige Transparenz (außer dem schwarzen Komplexauge), langer stabförmiger Körper, sechs Paare von Fangbeinen, gegabelte Schwimmantennen.
Sozialverhalten
Lebt solitär im Pelagial, kann aber bei günstigen Bedingungen in hohen Dichten auftreten.
Ernährung
Räuberisch; ernährt sich von kleineren Zooplanktern wie Daphnien, Bosminen, Copepoden und Rädertierchen.
Jagdstrategie
Lauerjäger und aktives Greifen; nutzt den Fangkorb, um Beute beim Kontakt schnell zu umschließen.
Laichsubstrat
Pelagial (Eier werden in einem Brutraum getragen, Dauereier sinken zu Boden).
Überwinterung
Überwinterung erfolgt im Eistadium als Dauereier (Ephippien) am Gewässergrund.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Sekundärkonsument und Spitzenprädiator innerhalb der Zooplankton-Gemeinschaft; bedeutende Beute für pelagische Fische.
Natürliche Feinde
Planktivore Fische wie Coregonen (Renken), Ukeleie und Barsche; auch räuberische Insektenlarven.
Konkurrenzarten
Andere räuberische Zooplankter wie Bythotrephes longimanus.
Ökosystemleistung
Regulation der Zooplankton-Populationsdichte; Teil des Energieflusses zu höheren trophischen Ebenen (Fischerei).
Bedrohungen
Klimawandel (Erwärmung der Seen), invasive Arten und starke Eutrophierung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Größte einheimische Cladoceren-Art; besitzt ein einziges, großes, kugeliges Komplexauge am Kopfende; die zweiten Antennen sind als große Ruderorgane ausgebildet; sechs Paare von Greifbeinen.
Fortpflanzung
Zyklische Parthenogenese (Heterogonie); ungeschlechtliche Vermehrung im Sommer, sexuelle Fortpflanzung im Herbst zur Produktion von Dauereiern.