Kastanienbrauner Becherling
Peziza badia
Der Kastanienbraune Becherling ist ein saprobiontischer Schlauchpilz, der meist auf nacktem Boden oder sandigen Wegen in Wäldern wächst. Sein Fruchtkörper ist schüsselförmig, oft unregelmäßig gewellt und erreicht Durchmesser von 2 bis 8 cm. Die Innenseite (Fruchtschicht) ist dunkelbraun bis kastanienbraun, während die Außenseite oft etwas heller und feinkörnig beschaffen ist. Die Art ist in Europa weit verbreitet und fruktifiziert vorwiegend vom Sommer bis in den späten Herbst.

Details
Erkennungsmerkmale
Kastanienbraune, glatte Innenseite; blassere, feinkörnige Außenseite; kein Stiel; brüchiges Fleisch ohne Milchsaft; Sporen mikroskopisch fein netzig ornamentiert.
Ernährung
Saprobiontisch; zersetzt organisches Material im Boden oder in der Streuschicht.
Überwinterung
Das Myzel überdauert im Boden.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Destruent im Waldökosystem, der zur Humusbildung und zum Nährstoffkreislauf beiträgt.
Natürliche Feinde
Pilzfressende Insektenlarven (z.B. Mycetophilidae) und Schnecken.
Konkurrenzarten
Andere bodenbewohnende Becherlinge wie Peziza varia oder Peziza arvernensis.
Ökosystemleistung
Remineralisierung von organischen Stoffen und Bodenverbesserung.
Bedrohungen
Bodenversiegelung und intensive forstwirtschaftliche Bodenbearbeitung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Wichtigstes mikroskopisches Merkmal ist das Sporenornament: Die Sporen (17-20 x 9-12 µm) besitzen ein vollständiges, feinmaschiges Netz (Retikulum). Die Asci sind amyloid, was bedeutet, dass sich ihre Spitze in Lugolscher Lösung oder Melzers Reagenz blau verfärbt. Makroskopisch fehlt der milchige Saft, der verwandte Arten wie Peziza succosa kennzeichnet.
Lebensraum
Nadel- und Laubmischwälder, bevorzugt auf sauren bis neutralen Böden. Oft Pionierbesiedler auf gestörten Bodenstellen, Waldwegen oder Brandstellen.
Fortpflanzung
Sexuelle Reproduktion durch Ascosporen, die in achtsporigen Schläuchen (Asci) gebildet werden.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Großflächige Bodenverdichtung durch Forstmaschinen, intensive Kalkung von Waldböden und Verlust von Pionierstandorten durch Überbauung von Waldwegen.
Schutzmaßnahmen
Erhalt naturnaher Waldstrukturen, Schutz von unbefestigten Waldwegen und Verzicht auf flächendeckende chemische Bodenveränderungen.