Rotwangen-Schmuckschildkröte
Trachemys scripta elegans
Die Rotwangen-Schmuckschildkröte ist eine mittelgroße Süßwasserschildkröte aus der Familie der Neuwelt-Sumpfschildkröten. Sie zeichnet sich durch einen flachen, olivgrünen bis dunkelbraunen Carapax und markante rote Längsstreifen an den Kopfseiten aus. Ursprünglich im Mississippi-Becken beheimatet, hat sie sich durch den Heimtierhandel weltweit als invasive Art verbreitet. Sie ist eine sehr anpassungsfähige Art, die bevorzugt in stehenden oder langsam fließenden Gewässern mit reichlich Vegetation lebt.

Details
Erkennungsmerkmale
Rote Schläfenstreifen, gelbe Längsstreifen an Kopf und Gliedmaßen, flacher Rückenpanzer mit dunklen Flecken auf den Randschilden.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, bildet jedoch oft Gruppen an Sonnenplätzen ohne echte soziale Bindung.
Ernährung
Jungtiere sind überwiegend carnivor (Insekten, Larven, kleine Fische), erwachsene Tiere fressen zunehmend Wasserpflanzen und Algen.
Jagdstrategie
Aktives Jagen von Beute im Wasser sowie Abweiden von Vegetation.
Laichsubstrat
Sonnige, sandige oder lockere Erdböden in Ufernähe.
Überwinterung
Winterstarre am Gewässergrund oder im Schlamm eingegraben.
Ökologie
Ökologische Rolle
Prädator von Wirbellosen und kleinen Wirbeltieren, Konkurrent für einheimische Schildkrötenarten wie die Europäische Sumpfschildkröte.
Natürliche Feinde
Waschbären, Füchse, größere Vögel (vor allem für Eier und Jungtiere); ausgewachsene Tiere haben kaum Fressfeinde.
Konkurrenzarten
Emys orbicularis (Europäische Sumpfschildkröte)
Ökosystemleistung
Gering; trägt zur Kontrolle von Insektenpopulationen bei, wirkt aber oft störend auf lokale Ökosysteme.
Bedrohungen
In ihrem natürlichen Habitat Habitatverlust; global jedoch eher eine Bedrohung als bedroht.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristischer roter Postorbitalstreifen (namensgebend); gelbe Streifen an Kopf und Beinen; Hinterrand des Carapax leicht gesägt; kräftige Krallen (besonders bei Männchen).
Lebensraum
Bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer mit weichem Schlammboden, reicher Unterwasservegetation und zahlreichen Sonnenplätzen. In Europa oft in urbanen Parkteichen, Seen und Altwassern zu finden.
Ernährung
Omnivor; Jungtiere ernähren sich überwiegend karnivor (Insekten, Larven, Kaulquappen, kleine Fische, Krebstiere). Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil pflanzlicher Nahrung (Wasserpflanzen, Algen).
Rolle im Nahrungsnetz
In Europa invasive Art; konkurriert mit der heimischen Emys orbicularis um Sonnenplätze und Nahrung. Prädiert Amphibien und Wirbellose. Eier und Jungtiere werden von Waschbären, Füchsen oder Reihern gefressen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
In Europa keine Gefährdung, sondern selbst eine Bedrohung für die Biodiversität (Invasive Art). Im natürlichen Areal (USA) durch Habitatverlust und Verschmutzung lokal unter Druck.
Bestandstrend
In Europa stabil bis zunehmend durch illegale Aussetzungen, obwohl der Handel seit 1997 (EU-weit) bzw. durch die Unionsliste (2016) stark reglementiert ist.
Schutzmaßnahmen
In der EU als invasive Art von unionsweiter Bedeutung eingestuft (Verordnung (EU) Nr. 1143/2014). Maßnahmen umfassen Handelsverbot, Besitzverbot (mit Ausnahmen für Altbestände) und Entnahme aus der Natur zur Förderung heimischer Arten.