Gemeine Kieselalge
Diatoma vulgare
Diatoma vulgare ist eine weit verbreitete Kieselalge, die vor allem in nährstoffreichen Fließgewässern vorkommt. Die Zellen sind rechteckig und durch Gallertpolster an den Ecken zu charakteristischen zickzack- oder bandförmigen Kolonien verbunden. Sie besitzt eine feste Kieselsäureschale (Frustel), die aus zwei überlappenden Hälften besteht. Als Primärproduzent bildet sie eine wesentliche Grundlage für aquatische Nahrungsketten.
Details
Sauerstoffproduktion
Hohe Photosyntheserate bei ausreichendem Lichtangebot, trägt signifikant zum Sauerstoffgehalt bei.
Habitatfunktion
Bildet Biofilme auf Steinen und Pflanzen, die als Lebensraum für Mikroorganismen dienen.
Nährstoffaufnahme
Effiziente Aufnahme von Silikat für den Schalenbau sowie Nitrat und Phosphat.
Nahrungsquelle für
Eintagsfliegenlarven, Köcherfliegenlarven, Schnecken und diverse Kleinkrebse.
Nutzung durch Menschen
Verwendung in der Paläolimnologie zur Rekonstruktion früherer Umweltbedingungen; Diatomeenerde-Gewinnung (fossil).
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärproduzent in Fließgewässern; fixiert Kohlenstoff und dient als Nahrungsgrundlage für Weidegänger.
Natürliche Feinde
Zooplankton, benthische Invertebraten (z. B. Eintagsfliegenlarven) und herbivore Fische.
Konkurrenzarten
Andere Kieselalgen (z. B. Navicula-Arten) und fädige Grünalgen bei Nährstoffkonkurrenz.
Ökosystemleistung
Sauerstoffproduktion und Beitrag zur Selbstreinigung von Gewässern durch Nährstoffbindung.
Bedrohungen
Extreme Eutrophierung, Herbizideintrag und massive mechanische Störungen des Gewässergrundes.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Übermäßige Eutrophierung (Hypertrophierung), Herbizideinträge aus der Landwirtschaft, thermische Belastung (Klimawandel/Kühlwasser) und morphologische Gewässerdegradierung (Verlust von Hartsubstrat).