Trauermantel
Nymphalis antiopa
Der Trauermantel ist ein großer Tagfalter aus der Familie der Edelfalter, der in weiten Teilen der Holarktis vorkommt. Er ist durch seine charakteristischen dunkelrotbraunen bis schwarzvioletten Flügeloberseiten mit einem hellgelben Saum und blauen Flecken unverwechselbar. Die Art besiedelt bevorzugt lichte Wälder, Waldränder und sonnige Lichtungen in der Nähe von Gewässern. Als einer der wenigen mitteleuropäischen Schmetterlinge überwintert er als fertiges Insekt (Imago).

Details
Erkennungsmerkmale
Dunkelbraune Flügel mit gelbem Rand und blauen Punkten, Spannweite 61-75 mm, Unterseite grauschwarz marmoriert.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; Männchen verteidigen Territorien an Waldrändern gegen Konkurrenten.
Ernährung
Falter saugen an Baumsäften und faulendem Obst; Raupen fressen Blätter von Weiden, Birken und Ulmen.
Laichsubstrat
Zweige von Weiden (Salix), Birken (Betula) oder Ulmen (Ulmus).
Überwinterung
Überwinterung als Imago in Baumhöhlen, Holzstößen oder Felspalten.
Ökologie
Ökologische Rolle
Bestäuber und wichtiger Bestandteil der Nahrungskette für Vögel und räuberische Insekten.
Natürliche Feinde
Vögel, Spinnen, räuberische Insekten, Fledermäuse.
Konkurrenzarten
Andere Edelfalter mit ähnlichen Habitatanforderungen.
Ökosystemleistung
Gelegentliche Bestäubung und Beitrag zur Biodiversität in Waldökosystemen.
Bedrohungen
Lebensraumverlust durch intensive Forstwirtschaft, Pestizideinsatz und Klimawandel.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Einzigartige Färbung in Europa; der helle Rand in Kombination mit der dunklen Grundfarbe ist unverwechselbar. Die Flügelränder sind unregelmäßig gezackt. Die Flügelunterseite ist dunkelgrau bis schwarz marmoriert und bietet eine exzellente Tarnung an Baumstämmen (Rindenmimetik).
Lebensraum
Lichte Laub- und Mischwälder, Waldränder, Kahlschläge, sonnige Ufergehölze und Moore mit Birken- oder Weidenbewuchs. Bevorzugt kühl-gemäßigte Klimazonen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Forstwirtschaft, Verlust von lichten Waldstrukturen, Entfernung von Weichhölzern (Weiden, Birken), Einsatz von Insektiziden und Klimawandel (milde Winter führen zu vorzeitigem Erwachen und Energieverlust).
Bestandstrend
In Deutschland auf der Vorwarnliste (V); regional stark rückläufig, insbesondere in tieferen Lagen. In einigen Bundesländern als gefährdet (3) eingestuft.
Schutzmaßnahmen
Förderung einer naturnahen Forstwirtschaft mit Erhalt von Weichhölzern, Schutz von Ufergehölzen, Belassen von Alt- und Totholz sowie Schaffung von lichten Waldstrukturen.