Zum Inhalt springen
Bakterium/Virus

Podoviren

Podoviridae

🔬 Zeigerart

Die Podoviridae sind eine Familie von Bakteriophagen, die sich durch ein ikosaedrisches Kapsid und einen sehr kurzen, nicht-kontraktilen Schwanz auszeichnen. Sie infizieren spezifische Bakterien und Archaeen, indem sie ihr doppelsträngiges DNA-Genom durch den Schwanzapparat in den Wirt injizieren. Diese Viren sind weltweit in aquatischen und terrestrischen Habitaten verbreitet und spielen eine zentrale Rolle bei der Regulation von Bakterienpopulationen.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Ikosaedrisches Kapsid (ca. 60 nm Durchmesser), sehr kurzer Schwanz (ca. 10 nm), doppelsträngige DNA, keine Virushülle.

🍽️

Ernährung

Als obligate Parasiten nutzen sie den Stoffwechselapparat ihrer bakteriellen Wirte, um neue Viruspartikel zu produzieren.

🎯

Jagdstrategie

Adsorption an spezifische Oberflächenrezeptoren der Wirtsbakterien und anschließende Injektion des Genoms.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wesentlicher Akteur im 'Viral Shunt'; sie lysieren Bakterien und setzen dadurch organischen Kohlenstoff und Nährstoffe für das mikrobielle Nahrungsnetz frei.

🦅

Natürliche Feinde

Abbau durch UV-Strahlung, Enzyme im Wasser und passive Aufnahme durch filtrierende Mikroorganismen.

⚔️

Konkurrenzarten

Andere Bakteriophagen-Familien wie Myoviridae und Siphoviridae, die dieselben Wirtsbakterien infizieren.

🌟

Ökosystemleistung

Regulation von Bakterienblüten und Förderung des Nährstoffkreislaufs in aquatischen Ökosystemen.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Steckbrief

Familie
Podoviridae (ehemalige Familie, heute oft als Morphotyp innerhalb der Caudoviricetes geführt)

Lebensraum

Ubiquitär verbreitet in aquatischen Systemen (Meer- und Süßwasser), Böden, Abwasser sowie im Gastrointestinaltrakt von Menschen und Tieren.

Ökologische Rolle

Wesentliche Rolle im 'Viral Shunt': Durch die Lyse von Bakterien wird organisches Material (DOC) freigesetzt, das wieder in den mikrobiellen Kreislauf einfließt, anstatt in höhere trophische Ebenen zu gelangen. Fördert zudem den horizontalen Gentransfer (Transduktion).

Quellen

Wikipedia →