Rindenspringspinne
Marpissa muscosa
Die Rindenspringspinne ist eine markante, flach gebaute Springspinne mit einer graubraunen Tarnfärbung. Sie erreicht für Springspinnen beachtliche Körperlängen und bevorzugt sonnenexponierte Baumstämme oder Holzzäune. Die Art ist bekannt für ihre exzellente Sehkraft und ihr aktives Jagdverhalten am Tag.

Details
Erkennungsmerkmale
Große vordere Mittelaugen, flacher Körper, graubraune Behaarung mit dunklen Winkelflecken auf dem Hinterleib.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, zeigt jedoch im Winter eine gewisse Toleranz gegenüber Artgenossen in gemeinsamen Überwinterungsquartieren unter Rinde.
Ernährung
Insekten aller Art, die oft größer als die Spinne selbst sein können, sowie andere Spinnen.
Jagdstrategie
Aktive Sichtjagd; die Beute wird angeschlichen und mit einem präzisen Sprung überwältigt, oft gesichert durch einen Haltefaden.
Laichsubstrat
Unter loser Rinde, in Mauerritzen oder unter Totholz.
Überwinterung
Überwinterung als adultes Tier oder Subadultus in festen Gespinstsäcken unter loser Rinde.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator von Kleininsekten in baumbestandenem Habitat und an Holzstrukturen.
Natürliche Feinde
Vögel, Wegwespen (Pompilidae), größere Raubspinnen.
Konkurrenzarten
Andere rindenbewohnende Spinnen wie die Spaltenkreuzspinne (Nuctenea umbratica).
Ökosystemleistung
Natürliche Schädlingskontrolle durch Prädation von Insekten.
Bedrohungen
Verlust von Altholzbeständen, Entfernung loser Rinde in Forstbeständen und Sanierung alter Holzzäune.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Größte heimische Springspinnenart (Gattung Marpissa). Der Körper ist deutlich abgeflacht. Charakteristisch ist das dunkle, oft unterbrochene 'W'-Muster auf dem Opisthosoma. Die Frontalaugen sind sehr groß und leistungsfähig.
Lebensraum
Bevorzugt sonnenexponierte Stämme alter Bäume (Kiefer, Eiche), Totholz, Holzzäune und gelegentlich an sonnigen Hauswänden in Waldnähe.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Prädator im Ökosystem Baumrinde; reguliert Insektenpopulationen und dient selbst als Nahrung für Vögel und spezialisierte Wegwespen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensive Forstwirtschaft (Entfernung von Altholz und Totholz), Verlust von strukturreichen Waldrändern und die Versiegelung von naturnahen Flächen.
Bestandstrend
Stabil; die Art gilt in Deutschland und weiten Teilen Mitteleuropas als weit verbreitet und nicht gefährdet (Rote Liste Deutschland: Ungefährdet).