Sumpfdeckelschnecke
Viviparus viviparus
Die Sumpfdeckelschnecke ist eine große Süßwasserschnecke mit einem kegelförmigen Gehäuse und einem hornigen Deckel (Operculum). Sie gehört zur Familie der Viviparidae und zeichnet sich dadurch aus, dass sie lebende Jungtiere zur Welt bringt (ovovivipar). Man findet sie häufig in langsam fließenden oder stehenden Gewässern mit gutem Sauerstoffgehalt, wo sie sowohl Algen abweidet als auch Nahrung aus dem Wasser filtern kann.
Details
Erkennungsmerkmale
Rechtsgewundenes, festwandiges Gehäuse mit 5-6 Windungen; meist drei dunkelbraune Bänder auf gelblich-grünem Grund; kreisförmiger Deckel mit konzentrischen Ringen.
Sozialverhalten
Friedfertig und gesellig; oft in größeren Gruppen am Gewässergrund oder an Wasserpflanzen zu finden.
Ernährung
Allesfresser und Filtrierer; ernährt sich von Algenaufwuchs, Detritus und organischen Schwebstoffen, die mit den Kiemen aus dem Wasser gefiltert werden.
Jagdstrategie
Passives Filtrieren und aktives Abweiden von Biofilmen auf Steinen und Pflanzen.
Laichsubstrat
Kein Substrat nötig, da lebendgebärend (Entwicklung im Uterus des Weibchens).
Überwinterung
Überwinterung im Schlamm des Gewässergrundes bei reduzierter Stoffwechselrate.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Destruent und Filtrierer; trägt zur Reduktion der Algenlast und zur biologischen Selbstreinigung von Gewässern bei.
Natürliche Feinde
Karpfenartige Fische, Wasservögel (z.B. Enten), Bisamratten und große räuberische Wirbellose.
Konkurrenzarten
Andere große Süßwasserschnecken wie die Spitzschlammschnecke (Lymnaea stagnalis).
Ökosystemleistung
Wasserklärung durch Filtration; Abbau von organischem Abfall; Algenkontrolle.
Bedrohungen
Gewässerverschmutzung, übermäßige Eutrophierung, Verbauung von Ufern und Habitatverlust.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Wichtigste Merkmale sind der stumpfe Apex (Gehäusespitze) und die mäßig gewölbten Windungen, die keine tiefe Naht bilden (im Gegensatz zu V. contectus). Die drei dunklen Bänder sind meist deutlich sichtbar. Als Vertreter der Viviparidae ist die Art getrenntgeschlechtlich und lebendgebärend (ovovivipar). Das Vorhandensein eines Operculums unterscheidet sie von Lungenschnecken.
Ernährung
Detritus, Phytoplankton, einzellige Algen und organischer Aufwuchs.
Fortpflanzung
Ovovivipar; die Befruchtung erfolgt intern. Die Eier entwickeln sich im Uterus des Weibchens. Die Jungtiere werden einzeln über mehrere Monate hinweg (meist Sommer) fertig entwickelt mit einer kleinen Schale geboren.
Rolle im Nahrungsnetz
Primärkonsument und wichtiger Bindeglied zwischen benthischer Produktion und höheren trophischen Ebenen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Gewässerausbau, Uferbefestigung, übermäßige Eutrophierung (Sauerstoffzehrung am Grund) und chemische Belastung (Pestizide).
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Wiederherstellung naturnaher Uferstrukturen und Flachwasserzonen; Reduktion von Nährstoffeinträgen.