Wasserassel
Asellus aquaticus
Die Wasserassel ist ein weit verbreiteter Süßwasserkrebs, der zur Ordnung der Asseln gehört. Sie besitzt einen dorsoventral abgeflachten Körper mit sieben Beinpaaren und zwei langen Antennenpaaren. Man findet sie häufig in stehenden oder langsam fließenden Gewässern, wo sie sich auf dem Grund zwischen Falllaub und Detritus aufhält. Sie ist extrem anpassungsfähig gegenüber niedrigen Sauerstoffgehalten und organischer Belastung.

Details
Erkennungsmerkmale
Abgeflachter Körper, grau-braun gefärbt mit hellen Flecken, zwei lange Antennenpaare, sieben Laufbeinpaare, zwei gegabelte Uropoden am Körperende.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, tritt jedoch oft in sehr hohen Individuendichten auf; zeigt ausgeprägtes Paarungsvorspiel durch das Männchen.
Ernährung
Allesfresser und Detritusfresser; ernährt sich hauptsächlich von abgestorbenen Pflanzenteilen, Falllaub, Pilzen und Bakterienfilmen.
Jagdstrategie
Sammelnd und weidend; sucht den Gewässergrund nach organischem Material ab.
Laichsubstrat
Eier werden in einem Brutbeutel (Marsupium) an der Unterseite des Weibchens getragen.
Überwinterung
Überwintert aktiv am Gewässergrund, oft eingegraben im Schlamm oder unter organischem Material.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Destruent; beschleunigt den Abbau organischer Substanz und dient als wichtige Nahrungsquelle für Fische und Amphibien.
Natürliche Feinde
Fische (z.B. Forellen, Barsche), Libellenlarven, Gelbrandkäfer, Molche, Wasserspitzmäuse.
Konkurrenzarten
Andere Detritusfresser wie Gammarus-Arten (Bachflohkrebse), insbesondere bei besserer Wasserqualität.
Ökosystemleistung
Unterstützung der Selbstreinigung von Gewässern durch den Abbau von Falllaub und organischen Resten.
Bedrohungen
Extreme chemische Toxizität (z.B. Insektizide), Verlust von Ufervegetation und Falllaubeintrag.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Das Pleotelson (verschmolzene Hinterleibssegmente) ist schildartig vergrößert und breiter als lang. Die Uropoden am Körperende sind deutlich zweiästig und ragen nach hinten heraus. Im Gegensatz zu Flohkrebsen (Gammarus) schwimmen Wasserasseln nicht auf der Seite, sondern bewegen sich kriechend aufrecht fort. Männchen besitzen modifizierte erste und zweite Pleopoden zur Begattung.
Ernährung
Primär totes pflanzliches Material (Falllaub) und die darauf siedelnden Pilzhyphen und Bakterienfilme; ergänzend Algenaufwuchs (Periphyton) und gelegentlich Aas.
Fortpflanzung
Sexuelle Fortpflanzung mit ausgeprägter Praekopula (Männchen trägt Weibchen mehrere Tage). Das Weibchen legt die Eier in ein ventrales Marsupium (Brutbeutel), wo die Entwicklung direkt (ohne Larvenstadium) erfolgt. Die Jungtiere verlassen das Marsupium als fertige kleine Asseln.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Destruent; wandelt Grobdetritus (CPOM) in Feindetritus (FPOM) um und macht Energie für höhere trophische Ebenen verfügbar. Schlüsselart im Nährstoffkreislauf von Waldgewässern.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Keine unmittelbare Gefährdung; die Art ist sehr anpassungsfähig und profitiert oft von anthropogener Eutrophierung und moderater Erwärmung.
Schutzmaßnahmen
Keine spezifischen Schutzmaßnahmen erforderlich; die Art ist weit verbreitet und in hohen Abundanzen vorhanden.