Wasser-Keulchen
Mitrula paludosa
Das Wasser-Keulchen ist ein saprobiontischer Pilz, der durch seine leuchtend gelben bis orangefarbenen, keulenförmigen Fruchtkörper auffällt. Er wächst bevorzugt auf verrottendem Laub und Nadeln in sauren, nährstoffarmen Moorgewässern, Quellhorizonten oder Waldgräben. Die Fruchtkörper erscheinen meist im Frühling und Frühsommer und ragen oft aus dem flachen Wasser heraus. Die Art gilt als Zeiger für sauberes, kühles Wasser.

Details
Erkennungsmerkmale
Leuchtend gelbes bis orangefarbenes, glattes Kopfteil; weißlicher bis glasiger Stiel; Wuchs auf untergetauchtem organischem Substrat.
Ernährung
Saprobiontisch; ernährt sich durch den Abbau von untergetauchtem pflanzlichem Material wie Blättern (Eiche, Buche) oder Nadeln.
Überwinterung
Überdauerung als Myzel im Substrat (verrottendes Laub oder Nadeln).
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärzersetzer in aquatischen Ökosystemen, der organisches Material für den Nährstoffkreislauf aufschließt.
Natürliche Feinde
Wasserschnecken und verschiedene wirbellose Detritusfresser.
Konkurrenzarten
Andere wasserbewohnende Pilze und aquatische Hyphomyceten.
Ökosystemleistung
Unterstützung des Nährstoffrecyclings und der Selbstreinigung von Gewässern durch Detritusabbau.
Bedrohungen
Entwässerung von Feuchtgebieten, Eutrophierung (Nährstoffeintrag) und Zerstörung von Quellbereichen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Markanter Kontrast zwischen dem leuchtend gelben Kopf und dem weißen Stiel; spezialisierter Standort direkt in flachem, kalten Wasser auf verrottendem Laub oder Nadeln.
Lebensraum
Oligotrophe bis mesotrophe, kalte und saubere Gewässer, Quellsümpfe, Gräben in Erlenbrüchen, Moore und nasse Waldsenken.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung über Ascosporen (11–19 × 2,5–3 µm), die in achtsporigen Schläuchen (Asci) gebildet werden.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Entwässerung von Mooren und Feuchtwäldern, Eutrophierung durch Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft, Klimawandel (Erwärmung der Quellgewässer).
Schutzmaßnahmen
Schutz und Renaturierung von Moorstandorten, Erhalt naturnaher Quellbereiche, Vermeidung von Düngemitteleintrag in Waldgewässer (Pufferzonen).