Gehäuse-Augenflagellat
Trachelomonas
Trachelomonas ist eine Gattung von einzelligen Flagellaten, die eine charakteristische, meist braun oder rötlich gefärbte Schutzhülle (Lorica) besitzen. Diese Hülle besteht oft aus mineralischen Ablagerungen wie Eisen- oder Manganhydroxid und weist eine kleine Öffnung für die Geißel auf. Die Zellen enthalten Chloroplasten für die Photosynthese sowie einen auffälligen roten Augenfleck zur Lichtorientierung. Sie kommen überwiegend in stehenden, nährstoffreichen Binnengewässern vor.

Details
Sauerstoffproduktion
Produziert Sauerstoff als Nebenprodukt der Photosynthese im Epilimnion.
Habitatfunktion
Dient als Basis der Nahrungskette in kleinen Stillgewässern.
Nährstoffaufnahme
Nimmt anorganische Salze sowie Eisen- und Manganverbindungen zur Gehäusebildung auf.
Nahrungsquelle für
Kleines Zooplankton und filtrierende Makroinvertebraten.
Nutzung durch Menschen
Wird in der Limnologie als Indikatororganismus für die Wasserqualität verwendet.
Ökologie
Ökologische Rolle
Primärproduzent im aquatischen Nahrungsnetz; wichtig für den Eisenkreislauf in Gewässern.
Natürliche Feinde
Zooplankton wie Rädertierchen (Rotifera) und kleine Krebstiere (Cladocera).
Konkurrenzarten
Andere Phytoplankton-Arten wie Euglena oder Grünalgen.
Ökosystemleistung
Sauerstoffproduktion durch Photosynthese und Nährstoffbindung.
Bedrohungen
Extreme Herbizidbelastung und massive Habitatveränderungen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Wichtigstes Merkmal ist die Lorica mit einer apikalen Öffnung (Pore), die oft von einem Kragen umgeben ist. Durch diese Pore tritt die Geißel aus. Das Gehäuse ist durch Einlagerungen von Eisen- und Manganverbindungen oft gelblich, braun oder tiefrot gefärbt. Im Inneren befindet sich eine typische Euglenophyceen-Zelle mit zahlreichen scheibenförmigen Chloroplasten.
Fortpflanzung
Asexuelle Fortpflanzung durch Längsteilung innerhalb der Lorica. Eine der Tochterzellen verlässt das alte Gehäuse durch die Pore, schwimmt frei und bildet anschließend eine neue Lorica aus Schleim und mineralischen Ablagerungen.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Verlust von Kleingewässern durch Zuschüttung oder Entwässerung; übermäßige Herbizideinträge aus der Landwirtschaft.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Neuanlage von Tümpeln und Teichen; Reduzierung von Nährstoff- und Schadstoffeinträgen aus angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen.