Bittersüßer Nachtschatten
Solanum dulcamara
Der Bittersüße Nachtschatten ist ein ausdauernder Halbstrauch, dessen Triebe im unteren Teil verholzen und kletternd oder niederliegend bis zu zwei Meter Länge erreichen. Die Pflanze bildet charakteristische violette Blüten mit leuchtend gelben, kegelförmig zusammengeschlossenen Staubbeuteln aus. Aus den Blüten entwickeln sich eiförmige, glänzend rote Beeren, die für den Menschen giftig sind. Sie besiedelt bevorzugt nährstoffreiche, feuchte bis nasse Standorte wie Ufersäume, Gräben und Erlenbruchwälder.

Details
Habitatfunktion
Strukturgeber in Röhrichten und Weidengebüschen; Versteckmöglichkeit für Amphibien.
Nährstoffaufnahme
Hohe Aufnahme von Nitrat aus dem Boden oder ufernahen Sedimenten.
Nahrungsquelle für
Vögel (Drosseln, Grasmücken), die die Beeren fressen; Raupen verschiedener Nachtfalter.
Nutzung durch Menschen
Früher medizinisch genutzt (Stipites Dulcamarae) bei Hautleiden; heute wegen Giftigkeit meist nur Zierpflanze.
Ökologie
Ökologische Rolle
Bietet Deckung für Kleintiere in Uferbereichen; wichtige Futterpflanze für spezialisierte Insektenarten.
Ökosystemleistung
Uferstabilisierung durch Wurzelwerk; Nahrungsquelle für Vögel (Endozoochorie).
Bedrohungen
Derzeit nicht gefährdet; lokale Bedrohung durch Entwässerung von Feuchtgebieten.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Generativ über Samen (Verbreitung durch Vögel, Endozoochorie) und vegetativ durch Bewurzelung von Sprossabschnitten und Rhizomwachstum.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Derzeit nicht gefährdet; lokale Bedrohung durch großflächige Entwässerung von Niedermooren und Bruchwäldern.