Pferdeegel
Haemopis sanguisuga
Der Pferdeegel ist ein kräftiger Ringelwurm, der entgegen seinem Namen kein Blut saugt, sondern sich räuberisch ernährt. Er erreicht eine Körperlänge von bis zu 15 cm und ist meist dunkelgrün bis schwärzlich gefärbt, oft mit gelblichen Seitenstreifen. Die Art ist semi-aquatisch und kann das Wasser verlassen, um in feuchter Erde nach Beute zu suchen oder Eier abzulegen.

Details
Erkennungsmerkmale
Dunkle Oberseite, oft mit hellen oder gelblichen Seitenbändern; 10 Augen in hufeisenförmiger Anordnung; kräftiger, muskulöser Körper; Hintersaugnapf deutlich sichtbar.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, oft unter Steinen oder im Schlamm verborgen.
Ernährung
Ernährt sich räuberisch von Insektenlarven, Regenwürmern, Schnecken, kleinen Krebstieren und gelegentlich Amphibienlarven.
Jagdstrategie
Aktives Aufspüren der Beute, die meist im Ganzen verschlungen oder mithilfe des muskulösen Schlunds ausgesaugt wird.
Laichsubstrat
Feuchte Erde oder Moos oberhalb der Wasserlinie.
Überwinterung
Überwintert im Schlamm am Gewässergrund oder in feuchter Erde in Ufernähe.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator im benthischen Nahrungsnetz, reguliert die Populationen von Wirbellosen.
Natürliche Feinde
Größere Fische, Wasservögel und räuberische Wasserinsekten.
Konkurrenzarten
Andere räuberische Egel wie Erpobdella octoculata oder große räuberische Käferlarven.
Ökosystemleistung
Trägt zur Stoffkreislaufführung bei, indem er Biomasse von Wirbellosen konsumiert.
Bedrohungen
Verlust von naturnahen Uferzonen und Verschmutzung von Kleingewässern.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Besitzt fünf Augenpaare, die in einem regelmäßigen Bogen am Vorderende angeordnet sind. Ein entscheidendes Merkmal gegenüber dem Medizinischen Blutegel (Hirudo medicinalis) ist das Fehlen der rötlichen Längsstreifen und die Unfähigkeit, die menschliche Haut zu durchbeißen. Die Kiefer sind schwach entwickelt und tragen jeweils zwei Reihen mit etwa 14 stumpfen Zähnen. Der hintere Saugnapf ist deutlich kleiner als die maximale Körperbreite.
Ernährung
Frisst verschiedene Wirbellose wie Regenwürmer, Insektenlarven (z.B. Chironomiden), Schnecken und andere Egel. Gelegentlich werden auch kleine Wirbeltiere wie Kaulquappen oder Fischbrut erbeutet. Die Beute wird meist im Ganzen verschlungen.
Fortpflanzung
Hermaphroditisch mit Kopulation. Die Eiablage erfolgt in schwammigen, kokonartigen Hüllen, die in feuchte Erde oder Moos am Ufer (außerhalb des Wassers) abgelegt werden. Die Entwicklung verläuft direkt ohne Larvenstadium.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Sekundärkonsument und Prädator im benthischen Nahrungsnetz von Kleingewässern und Uferzonen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Zerstörung naturnaher Uferstrukturen, Trockenlegung von Kleingewässern, Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und intensive Gewässerunterhaltung.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Renaturierung von Uferrandstreifen, Erhalt von Kleingewässern und Tümpeln, Reduzierung von Nährstoff- und Schadstoffeinträgen.