Haken-Wasserfloh
Cercopagis pengoi
Der Haken-Wasserfloh (Cercopagis pengoi) ist ein räuberisches Krustentier aus der Ordnung der Krallenschwänze. Er ist bekannt für seinen extrem langen, hakenförmigen Schwanzstachel, der ein Mehrfaches seiner Körperlänge ausmachen kann. Ursprünglich im Kaspischen und Schwarzen Meer beheimatet, hat er sich als invasive Art in der Ostsee und den nordamerikanischen Großen Seen etabliert. Dort konkurriert er massiv mit Fischlarven um Nahrung und beeinträchtigt durch Massenvermehrung die Fischerei.

Details
Erkennungsmerkmale
Extrem langer Schwanzstachel mit einer S-förmigen Krümmung am Ende und drei Paaren von Dornen an der Basis.
Sozialverhalten
Tritt oft in extrem hohen Dichten auf, was zur Bildung von Klumpen oder 'Zöpfen' führt.
Ernährung
Räuberisch; ernährt sich von kleineren Zooplanktern wie Copepoden und Rädertierchen.
Jagdstrategie
Nutzt spezialisierte Greifbeine zum Fangen und Festhalten der Beute.
Laichsubstrat
Dauereier sinken auf den Gewässergrund in das Sediment.
Überwinterung
Produktion von resistenten Dauereiern, die im Sediment überwintern.
Ökologie
Ökologische Rolle
Verändert die Zusammensetzung des Zooplanktons und dient als Nahrung für planktivore Fische, stört jedoch das Wachstum von Fischlarven.
Natürliche Feinde
Planktivore Fische wie Heringe, Sprotten und Barsche.
Konkurrenzarten
Andere räuberische Wasserflöhe wie Leptodora kindtii und planktivore Jungfische.
Bedrohungen
Keine; die Art profitiert von der Erwärmung der Gewässer und globalen Handelswegen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristischer S-förmiger Haken am Ende des sehr langen Schwanzstachels (Stachel bis zu 10 mm lang); ein auffällig großes, tiefschwarzes Komplexauge, das den Kopf dominiert; drei Paare spezialisierter Greifbeine (Thorakopoden).
Fortpflanzung
Zyklische Parthenogenese; unter günstigen Bedingungen (Sommer) erfolgt eine schnelle ungeschlechtliche Vermehrung; bei Stress oder im Herbst erfolgt sexuelle Fortpflanzung.
Rolle im Nahrungsnetz
Invasiver Prädator; übt eine starke Top-down-Kontrolle auf das heimische Zooplankton aus und konkurriert direkt mit Fischlarven um Nahrungsressourcen.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Keine bekannt; die Art ist selbst eine invasive Bedrohung für die Biodiversität und die Fischerei (Verstopfen von Netzen durch die Hakenstachel).