Buchen-Wasserschimmel
Phytophthora plurivora
Phytophthora plurivora ist ein hochpathogener Eipilz (Oomycet), der als einer der Hauptverursacher des Buchensterbens in Europa gilt. Er befällt primär das Feinwurzelsystem, was die Wasser- und Nährstoffaufnahme der Bäume massiv beeinträchtigt. Infizierte Bäume zeigen oft 'blutende' Rindennekrosen am Stammgrund und eine zunehmende Verlichtung der Krone. Der Erreger verbreitet sich über bewegliche Zoosporen im Bodenwasser, besonders unter feuchtwarmen Bedingungen.

Details
Erkennungsmerkmale
Mikroskopische Bestimmung der Sporangien und Oosporen; im Feld erkennbar an dunklen Exsudaten am Stamm ('Bluten') und abgestorbenen Feinwurzeln.
Ernährung
Absorptive Ernährung als Parasit; entzieht dem Wirtsbaum (hauptsächlich Fagus sylvatica) Kohlenhydrate und Nährstoffe durch Myzelwachstum.
Überwinterung
Überdauerung als dickwandige Oosporen oder Chlamydosporen im Boden oder in infiziertem Gewebe.
Ökologie
Ökologische Rolle
Bedeutendes Waldpathogen; reguliert die Populationsdichte von Buchen und beeinflusst die natürliche Waldverjüngung.
Natürliche Feinde
Bodenmikroorganismen (z. B. bestimmte Bakterien und räuberische Pilze), die Oosporen abbauen können.
Konkurrenzarten
Andere Phytophthora-Arten wie P. cambivora; saprotrophe Bodenpilze.
Bedrohungen
Klimawandel (Zunahme von Starkregenereignissen und milden Wintern begünstigt die Ausbreitung).
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Semipapillate, meist eiförmige Sporangien (ca. 45 x 30 µm), die sympodial an Sporangienträgern entstehen. Homothallisch mit kugeligen Oogonen und überwiegend paragynen Antheridien. Molekularbiologisch durch Sequenzierung der ITS-Region von Phytophthora citricola abgegrenzt (Jung et al. 2009).
Lebensraum
Buchenwälder, Laubmischwälder, Baumschulen, Parkanlagen und Ufervegetation; besonders in Gebieten mit periodischer Staunässe.
Fortpflanzung
Sexuell durch dickwandige Oosporen (Dauersporen zur Überdauerung); asexuell durch Sporangien, die bei Sättigung motile, biflagellate Zoosporen freisetzen.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Nicht gefährdet; die Art selbst stellt eine Bedrohung für die Biodiversität heimischer Wälder dar.
Schutzmaßnahmen
Vermeidung der Verschleppung durch Reinigung von Schuhwerk und Maschinen; Verwendung von zertifiziertem, Phytophthora-freiem Pflanzgut; Verbesserung der Bodenstruktur zur Vermeidung von Staunässe.