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Pilz

Buchen-Wasserschimmel

Phytophthora plurivora

RL NE🔬 Zeigerart

Phytophthora plurivora ist ein hochpathogener Eipilz (Oomycet), der als einer der Hauptverursacher des Buchensterbens in Europa gilt. Er befällt primär das Feinwurzelsystem, was die Wasser- und Nährstoffaufnahme der Bäume massiv beeinträchtigt. Infizierte Bäume zeigen oft 'blutende' Rindennekrosen am Stammgrund und eine zunehmende Verlichtung der Krone. Der Erreger verbreitet sich über bewegliche Zoosporen im Bodenwasser, besonders unter feuchtwarmen Bedingungen.

Details

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Erkennungsmerkmale

Mikroskopische Bestimmung der Sporangien und Oosporen; im Feld erkennbar an dunklen Exsudaten am Stamm ('Bluten') und abgestorbenen Feinwurzeln.

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Ernährung

Absorptive Ernährung als Parasit; entzieht dem Wirtsbaum (hauptsächlich Fagus sylvatica) Kohlenhydrate und Nährstoffe durch Myzelwachstum.

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Überwinterung

Überdauerung als dickwandige Oosporen oder Chlamydosporen im Boden oder in infiziertem Gewebe.

Ökologie

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Ökologische Rolle

Bedeutendes Waldpathogen; reguliert die Populationsdichte von Buchen und beeinflusst die natürliche Waldverjüngung.

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Natürliche Feinde

Bodenmikroorganismen (z. B. bestimmte Bakterien und räuberische Pilze), die Oosporen abbauen können.

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Konkurrenzarten

Andere Phytophthora-Arten wie P. cambivora; saprotrophe Bodenpilze.

⚠️

Bedrohungen

Klimawandel (Zunahme von Starkregenereignissen und milden Wintern begünstigt die Ausbreitung).

Wissenschaftlicher Steckbrief

Steckbrief

Familie
Peronosporaceae

Erkennungsmerkmale

Semipapillate, meist eiförmige Sporangien (ca. 45 x 30 µm), die sympodial an Sporangienträgern entstehen. Homothallisch mit kugeligen Oogonen und überwiegend paragynen Antheridien. Molekularbiologisch durch Sequenzierung der ITS-Region von Phytophthora citricola abgegrenzt (Jung et al. 2009).

Lebensraum

Buchenwälder, Laubmischwälder, Baumschulen, Parkanlagen und Ufervegetation; besonders in Gebieten mit periodischer Staunässe.

Fortpflanzung

Sexuell durch dickwandige Oosporen (Dauersporen zur Überdauerung); asexuell durch Sporangien, die bei Sättigung motile, biflagellate Zoosporen freisetzen.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht bewertet (NE)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Status nicht auf Standardskala

Hauptbedrohungen

Nicht gefährdet; die Art selbst stellt eine Bedrohung für die Biodiversität heimischer Wälder dar.

Schutzmaßnahmen

Vermeidung der Verschleppung durch Reinigung von Schuhwerk und Maschinen; Verwendung von zertifiziertem, Phytophthora-freiem Pflanzgut; Verbesserung der Bodenstruktur zur Vermeidung von Staunässe.

Wikipedia →